Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1523488
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Zusätze 
Berichtigungen 
und 
andern Farben mächtig hervortreten. In der grossairtigeu 
Macht und Ruhe des Colorits ist Rafael von keinem andern 
Maler übertroffen, selten erreicht worden. Die grossen 
Coloristen der venetianischen Schule sind tiefer und reicher 
in der Färbung, aber selten von so grossartigei- Wirkung 
und Ruhe, wie der Urbinate in den von ihm selbst aus- 
geführten Bildern. 
Das Gemälde hat theilrveise gelitten, als es von Holz 
auf Leinwand übertragen wurde, und erhielt einige schlechte 
Übermalung-en, die fleckig geworden sind, wie namentlich 
am Gewand der Maria. Die Piöpfe der Maria und des 
Ilieronymus und auch der Ausgang der Haare bei dem Engel 
und dem Tobias sind etwas verwaschen, wodurch letztere 
Theile etwas kahl aussehen. Schon weit früher hatten die 
Spanier dem h. Hieronymus nach Gebrauch des 17. Jahr- 
hunderts eine Spitzenmanschette gegeben und führten so ihre 
Etiquette auch in dem Bilde von Rafael ein; sonst aber 
ist dasselbe im allgemeinen noch gut erhalten und von ausser- 
ordentlicher Wirkung. 
Die Angabe der ileapolitanischen Localschriftsteller Eu- 
genio und de' Pietri, dass Rafael in dem kleinen Tobias 
den Gian Francesco Pico della Mirandolai, welcher einige 
Zeit am Hofe Leo's X. lebte, portraitirt habe, scheint 
eben sowenig begründet, als dass der h. Hieronymus das 
Bildniss des Cardinals Benibo sei, der, als das Bild ent- 
stand, jene Würde noch gar nicht bekleidete und erst im 
Alter von etwa 40 Jahren stand. Auf das Gesuchte der 
Auslegung des Bildes von Jos. Henry haben wir schon auf- 
merksam gemacht, indessen soll damit nicht in Abrede ge- 
stellt werden, dass hier das Buch, welches der Kirchenvater 
hält, sich auf dessen Übersetzung des Buches Tobias be- 
ziehen könne, da bekanntlich dasselbe hiedurch Aufnahme 
in die kanonischen Bücher des Alten Testaments gefunden hat. 
Kupferstiche: Pierre Peläe. 1852. kl. fol. für das Werk: 
„Vierges de Raphaöl".  I. M. Enzing-Müller. gr. fol.  M. 
Steinla. 1856. gr. fol.  Ein Holzschnitt, mit der Bezeichnung 
von H. S. Bekam, zeigt die Composition der Maria mit dem 
Kinde unter einem Zelte sitzend. Bartsch P. G. N. 121.
        

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