Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1523470
zum 
chronol. 
Verzeichniss der Gemälde RafaePs. 
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der Incurabili ein prächtiges Bild von Giulio Romano, wel- 
ches Don Pedro de Toledo auf Anlass König Philipp's II, 
dorthin geschenkt hatte." 
Unter dem 7. -Oct0ber 1642 schrieb der toseanische 
Agent Vincenzo Muzzi Folgendes an seinen Hof: „Am vo- 
Pigen Donnerstag verwies der Vicekönig (Herzog von Me- 
dina) den Prior von Sanct Dominicus innerhalb wenigen 
Stunden aus dem Königreich und liess ihn durch 5D Reiter 
an die Grenze bringen, weil er verschiedene Anklageschrif- 
ten wider den Dominieanergeneral Ridolli nach Rom gesandt 
hatte. Unter den Beschuldigungen war auch die, dass der 
Patergeneral während seines hiesigen Aufenthalts dem Hrn. 
Vieeköuig ein kostbares Gemälde gab, welches sich hier in 
S. Dominico befand." 1) 
Bei seinem Scheiden aus Neapel im Jahre 1644 nahm 
der Herzog von Medina las Torres das Gemälde BafaePs 
mit nach Spanien, um 1656 kam es in den Besitz des Hö- 
higs Philipp IV., der es im Escurial aufstellen liess. 
Das Gemälde ist in allen Haupttheilen von Rafael selbst 
gemalt und klar im Ton, wie die Madonna des h. Sixtus. 
In der Maria spricht sich hohe Würde und milder Ernst 
aus; im Christkinde liebevolle, aber besonnene Zusage der 
lebhaften Verwendung des Engels; in dem kleinen Tobias 
ein reizender Ausdruck von Zutrauen und Schüchternheit; 
in Hieronymus Studium und Hoheit. Die grossartige Ver- 
theilung der Farben ist von wunderbarer Harmonie und 
wohlthätigem Gleichgewicht. In der Mitte herrscht das Blau 
und .Weiss in den Gewändern der Marie; links steht das 
leuchtende Gelb des Tobiaskleides dem mächtigen 30th im 
Gewand des Hieronymus entgegen; aber auch wieder Roth 
im Gewand des Engels gegenüber dem Gelbbraun des Löwen. 
Das Weiss des Schleicrs der Maria findet entsprechende 
Töne im Flügel des Engels und im weisslichen Bart des 
Hieronymus. Das Grün des Vorhangs und das Blau der 
Luft, beide von tiefem, aber gedämpftem Ton, laSSßH die 
1) S. F. Palermo, Narrazioni e Documenti 
Regno di Napoli, Firenze 1846, p. 325. 
sulla 
storiä
        

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