Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521959
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1523341
Die 
büunilie 
mit 
dem Christkind 
in Madrid. 
auf 
dem 
Lamm, 
(Nr. 63, s. 91.) 
Die früher mitgetheilten Berichte über dieses Bildchen 
sind weder vollständig noch ganz richtig. Zuvörderst ist 
zu sagen, dass das Originalbild, ehedem im Oratorium des 
Escorial, jetzt im königl. Museum zu Madrid, nicht nur 
ein Vollendetes, Sondern selbst ein sehr fein durchgeführles 
Gemälde von RafaePs eigener Hand ist. Es misst 14" Höhe 
auf 9" Breite, spanisch Mass. Auf dem Hleidersaum an 
der Brust der lllarial steht in goldenen Buchstaben: RAPHL. 
VRBINAS. MDVH Der erste der zwei Punkte war sicher 
eine I, vielleicht waren es auch beide, und wäre die Jahr- 
zahl entweder 1506 oder 1507 zu lesen. Die ganze Be- 
handlung des Bildchens weist es auch dieser Epoche an und 
ist namentlich die Landschaft, worin sehr klein die lFlucht 
nach Agypten dargestellt ist, ganz in der Art wie die in 
der Grablegung von Borghese ausgeführt. Die Beweg-uilg 
und Zeichnung des (lhristkindes erinnert noch an Leonardo 
da Vinci's Darstellungsweise, welcher Balfael bekanntlich im 
Jahre 1506 sehr ergeben war. 
Dieses Kleinod der liunst scheint lange Zeit unerkannt 
in der Sakristei der S. Lorenzkirehe des Escorial mit an- 
dern Bildern von YVerth an der Wand über den niedern 
Paramentschränken gehangen zu haben und alle Erinnerung 
daran verschwunden gewesen zu sein. Denn als einst der 
Infant Don Sebastian mit dem Galeriedirector Don Jose de 
Madrazo jene Räume besuchte, fiel ihm das Bildchen seiner 
Schönheit wegen auf, sodass er, als ein warmer Kunst- 
freund, auf den Schrank sprang, es näher zu betrachten, die 
Inschrift auf demselben entdeckte und freudig ausrief: "Das 
ist ein Bild von Rafael!" Beide waren über diesen Fund 
höchst erstaunt, da sie früher nie von einem solchen Bilde 
RafaePs etwais gehört hatten, und sorgten dafür, dass es mit 
andern liunstschätzen, die im Escorial wie verwaist waren, 
in das Museum nach Madrid gebracht wurde. Die Erhal-
        

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