Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515684
13072 
1504 
bis 
1508. 
85 
der blauen Luft, noch nicht zugedeckt sind. Denirothen 
Kleid ermangelt noch in den Schattenudie gehörige 'l'iefe 
des Tons, welche nur durch öfteres Ubergeh'en zu errei- 
chen ist. Unter solchen Umständen darf als sicher ange- 
nommen werden, dass die goldnen Verzierungen, die das 
Letzte sind, was der Maler am Bilde zu machen pliegt, 
von anderer IIaud aufgesetzt wurden, um dem Bild das 
Ansehn der Vollendung zu geben. Demohngeachtet macht 
es schon einen bezaubernden Eindruck und beweist nur, wie 
die Leben und Geistathmcnden Ziige des grossen Meisters 
schon in ihrer ersten Anlage den vollen Begrilf von dem 
geben, was in der Conception in höchster Vollkommenheit 
dastand. Habe ich im vorhergehenden Bild der Madonna 
des Grafen von Cowper den etwas affectirten Ausdruck des 
Kindes rügen müssen, so sehe ich mich genöthigt in ge- 
genwärtigem den" der Maria als einen zu bezeichnen, der 
gleichfalls bis an die Grenze des Gezierten streift. Schon 
I S. 121 hatte ich Gelegenheit die Meinung des I-Irn. von 
Rumohr zu widerlegen, welcher die Madonna aus dem Hause 
Colonna als diejenige bezeichnenran welcher nach der Ab- 
reise RafaeFs Ridolfo Ghirlandajo den blauen Mantel voll- 
endet. Hier muss ich noch einen andern Grund bestreiten, 
worauf er bei dieser Gelegenheit fusst: In der Vorrede III 
p. VII sagt er nämlich, dass Vasari unter der Benennung 
Madonna stets eine Maria mit dem Kinde, ohne irgend 
eine andere Figur verstehe; der gelehrte Kunstforscher 
scheint aber viele von Vasari so benannte Bilder, die meh- 
rere Figuren enthalten, nicht gegenwärtig gehabt zu l1a- 
ben: nennt doch Vasari selbst eine Rafaelische heilige Fa- 
milie von vier Figuren, welche Giuliß Rßmallß ausgeführt, 
nur schlechthin: Madonna della Gatta. Ich komme auf die 
Madonna aus dem Hause Colonna zurück, um noch zu be- 
richten, dass sie aus dem Hause Salviati Zll FIOPCIIZ llllrßh 
Erbschaft an die Colonna in Rom kam. Zuletzt bßSaSS Sie 
Maria Colonna, Gemahlin des Duca Giulio Laute dßllü R0- 
vere. Von ihr erstand sie der Preussische Minister Resi- 
dent in Rom Dr. Karl Bunsen für das BQTÜNCT MUSBUTII-
        

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