Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515589
T072 
bis 
1504 
1508. 
75 
nossen überlassen hätte. Die Nichtigkeit einer so aulfallen- 
den Behauptung scheint uns durch diese wenigen Gegen- 
gründe hinlänglich widerlegt, wird aber noch durch einen 
äussern Umstand in das hellste Licht gesetzt; nämlich da- 
durch dass Rafael das Gemälde nach Vasari's ausdrückli- 
cher Angabe in Perugia ausgeführt, und ltidolfo, trotz den 
Einladungen Rafaefs, wie derselbe Schriftsteller berichtet, 
sich nie aus Florenz entfernen wollte. Suchen wir nun den 
eigentlichen Grund der befremdenden Äusserung des geist- 
reichen Kunstforschers, so scheint er uns einestheils in des- 
sen Vorliebe für das tüchtige Machwerk, bis zur Bravour 
des Pinsels zu liegen. Daher hat er denn auch in den 
flüchtig und allerdings sehr meisterhaft behandelten Bildern 
der Predella desselben Altarblattes die Hand Rafaefs un- 
bedingt anerkannt, obgleich sonst die grossen Meister ge- 
wöhnlich solche Theile einem Gehülfen überliessen und 
nur das Hauptbild selbst ausführten. Rafael aber hat in 
diesem Werke alles eigenhändig aufgezeichnet und vollendet. 
Nachdem das Altarblatt grade 100 Jahre die ihm be- 
stimmte Stelle geschmückt hatte, verkauften es die Mönche 
von S. Francesco im Jahr 1607 an Papst Paul V, durch 
den es nach Rom in die Gallerie Borghese gekommen ist. 
Auf den Altar stellte man eine tüchtige Copie vom Cava- 
liere d'Arpin0. Die Peruginer indessen waren über das 
Verfahren der Mönche, wozu sie gar kein Recht hatten, 
höchst ungehalten, und machten deswegen, aber wie sich 
erwarten liess, vergebliche Vorstellungen an den Papst. Ob- 
gleich das Bild in einigen Theilen gelitten hat, so ist es 
doch im Allgemeinen in einem sehr befriedigenden Zustand, 
und von einer Klarheit im Ton, der bei dessen Alter be- 
wundrungswürdig erscheint. 
Entwürfe zu der Grablßgllllg. 
1. Federentwxlrf zur Gruppe der Frauen. In dem Nach- 
lass Lawrence in London. Verz. N. 341. Gest. von Bonasone 
oder einem Schüler des Marc Antonio. Bartsch XV p. 123 
N. 50.   
2. Dieselbe Fraucngrulwpe, mit hineingezeichnetell Skelet- 
ten. In derselben Sammlung. Verz. N. 342.
        

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