Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515559
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Gemälde 
Die Grablegung Christi. 1507. 
Auf Holz. Etwa 6 Fuss im Quadrat. 
Den Leichnam Christi tragen vermittelst einer unter- 
legten Leinwand zwei junge Männer nach der Grabesgruft. 
Der Mann auf der linken Seite hat einen kurzen Bart und 
ist im Begriff rücklings die Stufen zur Grabeshölde hinaufzustei- 
gen; der andere, jüngere, der den Körper des Heilandes 
unter den Beinen unterstützt, ist im Profil gesehen. Mag- 
dalena herbeieilend betrachtet noch einmal die geliebten 
Züge des Herrn und fasst dessen linke Hand. Hinter ihr 
steht Joseph von Arimathia, über den sich Johannes kla- 
gend vorbeugt. Rechts, etwas weiter im Grund, sieht man 
die Mutter des Heilandes in Ohnmacht sinkend und von 
drei Frauen unterstüzt; die vordere kniet auf der Erde. 
ln der bergigen Landschaft sieht man den Calvarienberg 
mit den drei Kreuzen zur Seite rechts. Die Figuren sind 
etwas unter Lebensgrösse. Links an der Stufe steht: RA- 
PHAEL. VRBINAS. rmxrr. Mnvn. Rafael malte dieses Altar- 
blatt in Auftrag der Atalante Baglioni für die Francisca- 
nerkirche zu Perugia. Den Carton dazu hatte er, wie Va- 
sari berichtet, in Florenz mit dem augestrengtesteil Stu- 
dium gefertigt und führte das Bild, nachdem er den Car- 
ton des Michel Angelo gesehen und mit Fra Bartolomeo 
Freundschaft geschlossen hatte, in Perugia mit solcher Mei- 
sterschaft aus, dass es zu allen Zeiten die höchste Bewun- 
drung der Künstler erregt hat. Vasari sagt von ihm: .„Ünd 
in Wahrheit, wer den Fleiss, die Liebe, die Kunst und die 
Grazie dieses göttlichen Werkes betrachtet, hat alle Ursa- 
ehe darüber zu erstaunen, sowohl wegen des Ausdrucks in 
den Figuren, als der Schönheit der Gewänder und über- 
haupt wegen der ausserordentliehen Güte in allen 'l'heilen, 
die im höchsten Grad Bewundrung erregen."  WVinkel- 
mann in seiner Anleitung das Wichtigste in Rom zu sehen, 
welche er den Herren Usteri und von Mecheln im Jahr 
1766 ertheilte, macht auf dieses Bild folgendermassen auf- 
merksam: „Gallerie Borghese: Eins der besten Gemälde in 
Rom, welches die Grablegung Christi darstellt und welches
        

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