Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1521342
Mythologie. 
651 
Sechzehn einzelne Blätter, gest. von Marc Antonio. B_ XIV_ 
N. 263-278, wo auch die Angabe von vier Blättern, die 
Copien sind.  
57. Vier Musen in Nischen stehend. Vier weibliche 
Figuren, welche Musen vorzustellen scheinen. 
Gest. von S. K. Monogramm Brulliotl N. 2775. Ich kenne 
nur diese vier Blätter in 8., welche zu den Seltenheiten zu 
zählen sind. 
58. Geschichte des Amor und derPsyche. 32Blät- 
ter, von denen Agostivto Vcneziavzo drei, die andern 
der llleistcr des Würfels gestochen hat. Die Compo- 
sitionen sind der Erzählung des Apulejns entnommen. 
Auf dem untern Rande stehen immer acht italienische 
Verse zur Erklärung des Gegenstandes.  Vasari im 
Leben des Marc Antonio VII p. 165 schreibt die Erfin- 
dung dem Michael Cocxie zu; da er nun diesen im Jahr 1532 
persönlich hatte kennen lernen, zu welcher Zeit auch 
der Meister mit dem Würfel in Rom arbeitete, so erhält 
die Aussage des Vasari grosses Gewicht. Betrachten 
wir indessen des Michael Cocxie Frescomalcreien, welche 
er in Rom, in der Kirche von S. Maria dell' Anima 
ausgeführt hat, so muss man gestehen, dass, obgleich er 
auch hier als ein Nachahmer des Rafael erscheint, er 
es doch nicht in dem Maase ist, dass wir die Erfindung 
der Compositioneil von Amor und Psyche ihm allein zu- 
schreiben möchten. Andererseits ist auch nicht zu leug- 
nen, dass darin öfters ganz niederländische Darstellungs- 
weisen vorkommen, wie z. B. der in Italien ungekannte 
Kachelofen in dem Badezimmer Blatt N. 7, oder einige 
Unanständigkeiten, deren sich Rafael nie zu Schulden 
kommen liess; auch ist die Zeichnung des Nackten im 
Allgemeinen etwas schwerfällig: unverhältnissmässig stark 
und lang sind meist die weiblichen Arme, ihre Leiber 
von niederländischer Fülle; die dem Rafael S0 eigen- 
thümlichc Grazie tritt hier fast nie entschieden hervor; 
sein feines Gefühl fiinSchönheit und Naturwalnheit im 
Nackten wird hier gänzlich vermisst, so auch die reiche 
Anordnung seiner Gewänder. In der Composition end-
        

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