Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515394
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Genzälde 
Nachrichten  Ich vermuthe aber, dass es jenes Bildchen 
sein dürfte, welches Frau von Humboldt im Zimmer der 
Iufautin Maria in S. Ildefbnso in Spanien sah, und folgen- 
dermassen beschreibt: "Eine sitzende Madonna auf einer 
niedrigen Stufe; das Kind vor ihr; Johannes umarmt es. 
Die h. Elisabeth mit einer Spindel in der Hand steht hin- 
ter der Jungfrau. Ein Hirtenkilabe läuft hinzu und bringt 
Tauben in einem Körbchen. Joseph steht zwischen dem 
Hirtenknaben und der Jungfrau einen Schritt zurück. Eine 
andere männliche Figur ist im Begriff mit einem Stier und 
einem Esel in den Stall hereinzilgehen. Die Jungfrau ist 
roth und blau gekleidet, Elisabeth dunkelblau, Joseph grün; 
des Ilirtenknaben Gewand ist von einer Farbe, die zwischen 
Grün und Blau spielt, und der hcreinkonnncnele Mann hat 
ein gelbes Gewand mit Roth sehattirt. Nachdem ich das 
Bild heruntergenommen und es ganz genau betrachtet hatte, 
schien es mir unzweilelhaft aus Bafaefs früherer Zeit, wo 
er seine iConturen noch etwas hart, sein Fleisch troclxen 
malte; denn ich begreife nicht, wer solche Physiognomicii, 
wie auf diesem Bildchen, solche einfache Gew-änrler und 
solch eine Composition ihm nachmachen sollte. Das Bild 
schien mir ein wahres Kleinod." Siehe Programm zur Je- 
naer Literaturzeitung 1809. S. VIII. 
In den Italienischen Forschungen von C. F. von Bu- 
mohr III S." 74 ist die Meinung ausgesprochen, dass jenes 
schöne Bildchen einerAnbetung der Könige in der Dresdner 
Gallerie N. 5 eine freie Nachahmung des Frauccseo F ran- 
cia nach dem Presepe von Rafael sei. Eine Ansicht, die 
ich auf sich beruhen lasse; aber erwähnen muss ich, dass 
wahrscheinlich das Gegenstück zu obigem Bildchen, eine 
Taufe Christi vorstellend, von gleich schöner Cmnposition 
und Ausführung", sich bei den Kunsthändleril Woodburn in 
London befindet. 
1) Malvasia Felslna pittr. Il p. 218 erwähnt bei Carlo Fantuzzi 
in Bologna ein kleines Presepe von Rafael, ohne weitere Angaben, 
S0 dass man nicht weiss, ob er das Gemälde ehedem bei ßentlvogllo 
darunter versteht, oder vielleicht auch nur eine Zeichnung.
        

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