Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1520333
Im 
Nachlass 
des 
Sir 
Thomas 
Lawrence. 
Die reichste Sammlung von Zeichnungen, welche seit 
Crozat mit Kenntniss und leidenschaftlicher Liebhaberei ver- 
eint wurde, war die des Präsidenten der Londner Akade- 
mie Sir Thomas Lawrence. Auch an solchen von Rafael 
besitzt sie einen unübertroffenen Schatz. Ein Theil dersel- 
ben kommt aus der Sammlung des verstorbenen W. Young 
Ottley, der sie grösstentheils vom Maler Antonio Fedi in 
Florenz erstanden hatte. Es waren diese nur die Hälfte 
derjenigen, welche letzterer in Gemeinschaft mit dem Com- 
missarius der Französischen Republik, Maler Wicar von 
Lille, aus den Palästen Italiens erbeutete, die andere Hälfte 
erstand nachmals letzterer im Jahr 1894, wie wir an sei- 
nem Orte berichten werden. Die erste Sammlung von Zeich- 
nungen, welche Wicar besass, kauften die Brüder Wood- 
burn in London im Jahr 1823 um 11,000 Scudi romani und 
ging grossentheils in die Sammlung Lawrence über. Eben 
so diejenige, welche dieselben Kunsthändler in demselben 
Jahr vom Marchese Antaldo Antaldi aus Urbino, jetzt in Pe- 
saro wohnend, erwarben. Dabei befanden sich 45 von Ba- 
fael, als Rest einer grössern Sammlung, welche von Timo- 
teo Viti stammte und von der im Jahr 1714 ein Theil an 
den grossen Kunstfreund Crozat abgelassen worden war. 
Viele derselben sind nun gleichfalls im Nachlass Lawrence. 
Andere kommen aus den Cabineten Paignon Dyonval, Viv- 
Denon, Roger Legoy, Revil, Brunet u. a. m. aus Paris, 
oder aus den Samml. Fries in Wien und Verstegh in Amster- 
dam. Mehrere befßilden sich schon seit längerer Zeit in 
England, und drei sind ein Geschenk des Herzogs von 
Devonshire. 
Da es mir im Jahr 1831 nur einmal vergönnt. war, die- 
sen Schatz an Rafaelischen Zeichnungen zn besichtigen und 
einige Notizen von denselben zu nehmen, so wird es na- 
tiirlich erscheinen, dass nachfolgender Bericht etwas un- 
gleich in den Beschreibungen und den Nachrichten ausge- 
fallen ist. Indessen dürften sie noch immer als die voll- 
ständigsten und zuverlässigsten von allen bis jetzt darüber
        

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