Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515274
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G cmähl c 
cer das Bild für einen bedeutenden Preis und gegen eine 
von Nicolo Monti verfertigte Copie, die sich noch in der 
Kirche befindet. Der Lord schenkte es nachmals seinem 
Bruder, dem Herzog von lilarlborough, der es in der Galle- 
rie im Palast Blenlzeiyn aufbewahrt. Die Behandlungswveisc 
des Bildes trägt zwar noch sehr die der Peruginischen 
Schule an sich, allein die Zeichnung des Nackten ist vol- 
ler, uaturgetreuer und die Charaktere haben einen liefern 
Ernst, was besonders bei dem Bischof der.Fall ist. Auch 
die Gewänder sind freier behandelt, nur das der Maria ist 
etwas klein gebrochen und bauschig, gleich dem vom Chri- 
stus in der Krönung Mariä aus S. Francesco. Im Ganzen 
aber ist das Bild nicht wie vorhergehendes für S. Antonio 
in verschiedenen Entwicklungsepochen ausgeführt, sondern 
wie aus einem Guss. Auch ist es noch in vortrefflichem 
Zustande, da man nur am Fuss des Johannes den Versuch 
gemacht es zu reinigen, glücklicherweise aber gleich damit 
aufhörtc. Siehe I S. S8. 
Beiliegende Abbildung auf Tafel Xi verdanken wir dem 
Grabstieliel von Ludwig; Grurner, der einen grössern, ausge- 
führten Stich nach dem Bilde in Arbeit hat. 
Altar-Staffel 
des 
Bildes. 
Die 'l'afel hatte ehedem eine Predella mit drei kleinen 
Darstellungen aus dem Leben Johannes des Täufers, die 
aber so beschädigt wurden, dass zwei davon in Italien zu- 
riickbliebcn und nur das weniger verletzte Bildchen mit der 
Predigt Johannis nach England kam. Der 'l'äufer steht 
hier erhöht zur Linken dreier Gruppen von iZuhörern 
umgeben, Unter der, welche ihm zunächst steht, befinden 
sich zwei Jünglinge von ausgezeichnet Rafaelischer Schön- 
heit; sie scheinen ganz von der Busspredigt ergriffen, wräh- 
rend zwei Kinder zu ihren Fiisseil harmlos ihre Spiele fort- 
treiben. In dem Mittelgrllnd der Landschaft sieht man noch 
einige herannahende Reiter. Die Gewänder in diesem klei- 
nen Bilde sind noch breiter, als die im Hauptblatt behan- 
delt, und erinnern öfters an Masaccids Art und Weise. 
Nur das rothe Gewand des Tfäufers ist noch klein gebro-
        

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