Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1520102
in Deulsclzlahd. 
527 
lig mit der Feder entworfen und mit Sepia in breiten 
Massen schattirt. Die Architektur scheint von Rafael 
nur mit dem Pinsel angegeben worden zu sein, die 
dann einer seiner Schüler mit dem Lineale ausgezogen. 
Etwa hoch S", br. 14". Wenn in den „ Italienischen 
Forschungen" llI S. 105 richtig angegeben ist, dass 
bei diesem Entwurf die Schattenmassen mehr als die 
Ausbildung des Einzelnen berücksichtigt sind, so ist es 
doch ein Irrthum, wenn ferner gesagt wird, dass Ra- 
fael ohne vorläufigen Umriss nur mit dem vollen Was- 
serpinsel in Sepia die Composition in einer einzigen 
'l'uschlage hingeworfen habe und keinen anderen ech- 
ten Umriss zeige, als den aus der Schattengreilze von 
selbst sich ergebenden, an der Lichtseite aber die 
Figuren in das helle Feld des Grundes verliössen.  
Ist eine solche Vertahrungsweise bei einzelnen Figuren 
etwa denkbar, so leuchtet es aber doch von selbst ein, 
dass bei einer so reichen Composition, wie die gegen- 
wärtige, in welcher ganze Gruppen im Schatten stehen, 
eine Bezeichnung der Figuren ohne Contoureil rein 
unmöglich ist. Diese Angabe muss zu denen ihres 
geistreichen Verfassers gezählt werden, womit er uns 
zuweilen zu überraschen beliebt. 
957. Die Gerechtigkeit, Entwurf zur allegorischen Fi-' 
gnr im Saale Constantilfs. Der Strauss ist hier im 
Verhältniss zur Figur kleiner gehalten, als in der Aus- 
führung. Diese Zeichnung dürfte von Gio. Francesco 
Penni sein. 
Im 
Cabinet 
des 
Professors 
Poselger 
in 
Berlin. 
258. Der Kindermord. In dieser Zeichnung erblicken 
wir die drei Compositionen der schmalen Tapeten aus 
der zweiten Reihefolge in einem Bilde vereint. Links 
die Gruppe, worin der Scherge sich bückt, der-VMutter 
ihr Kind zu entreissen. In der Mitte im Vorgrnnd die 
sitzende Mutter, welche die Hände ringend, ihr ge-
        

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