Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1519471
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Zeichnungen 
Absicht zweckdienlich auch hier, wie beim Catalog der Ge- 
mälde, durch alle Sammlungen eine fortlaufende Nummeri- 
rung anzluvelideii. 
Obgleich Rafael sich nie fortwährend an ein bestimm- 
tes Material hielt, mit dem er zeichnete, sondern bald mit 
der Feder, bald mit Kreide, bald mit Sepia arbeitete, so 
bezeugen doch die uns bekannten Zeichnungen, dass er uu- 
ter Perugino seine Entwürfe meist mit der Feder und bräun- 
licher 'l'inte., seine Studien mit schwarzer Kreide zeichnete. 
Sein Skizzenbuch in Venedig gibt für erstere Art, seine 
Studien zur Krönung Mariä zur zweiten Belege. Sodann 
bediente er sich auch zu schattirten Entwürfen der Sepia, 
selten des Bisters, wie z. B. in denen für die ;Malereien, 
welche Pinturicchio in Siena ausführte. In Florenz ahmte 
er zu einer gewissen Zeit (um 1505) den Leonardo da Vinci 
nach, indem er sein Papier grundirte, um mit Silberstift 
zu schattiren und mit Weiss zu höhen; in dieser Art be- 
handelt finden wir im Skizzenbuch zu Venedig mehrere Stu- 
dien. Zu Entwürfen bediente er sich aber hauptsächlich 
der Feder, wie Zeichnungen zur Grablegung und zu ver- 
schiedenen Madonnenbildern beweisen. In Rom machte er 
die Entwürfe und Studien zum ersten Zimmer im Vatican 
zum Theil mit der Feder, zum Theil mit Silberstift oder 
mit schwarzer Kreide. Ausgeführtere Zeichnungen sind 
meist mit der Feder entworfen, mit Sepia getuscht und mit 
Weiss gehöht. Später bediente er sich zu den Studien vor- 
zugsweise des hellen Rothsteins, obgleich auch viele mit 
schwarzer Kreide ausgeführt sind. Seine Cartons zu Ge- 
mälden sind stets mit Kohle und schwarzer Kreide gezeich- 
net, etwas angewischt und mit Weiss gehöht. Bewundruugs- 
würdig ist Rafael wegen der Lebendigkeit und Sicherheit 
seiner Umrisse, obgleich in seinen Studien häufige Correc- 
turen vorkommen. Mit den einfachsten Mitteln suchte er 
zum Ziele zu kommen, daher seine Zeichnungen nur we- 
nige, schräge Schraffirungen zeigen, die er manchmal in 
den stärksten Schatten mit breiten Strichen kreuzte. Mit 
geringen Ausnahmen fertigte er seine Zeichnungen nur, um 
seines Gegenstandes in allen Theilen völlig Herr zu sein,
        

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