Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1519405
Entwürfe. 
457 
Da dieser Palast auch öfters Palazzo Caifarelli genannt 
wird, so ist er zuweilen mit dem Palazzo Bernardino Caf- 
farelli verwechselt worden, welcher nach Lorenzettds Plan 
erbaut wurde. Siehe Vasari im Leben des Letztern VI 
p. 95. 
Des Jacopo Sadoleto IIaus„unter Leo X erbaut, 
ist, wie allgemein angenommen wird, dasjenige, welches am 
Ende des Borgo nuova, rechts am Petersplatze liegt, jetzt 
Casa Berti (N. 1Ü3) genannt. Dieses trägt in allen 'l_'hei- 
len das Gepräge von Rafaefs Architektur, daher es schon 
Angelo Uomolli in seinen Noten zu der „Vita inedita di 
Raffaellot" etc. p. '75 nach dem Plan dieses Künstlers errich- 
tet glaubt. Erwägen wir" nun ferner, dass Rafael durch sein 
Verhältniss am Hofe, und besonders das mit seinen Freun- 
den Pietro Bembo und dem Grafen Castiglione, nothwen- 
digerweise in nahe Berührung mit Jacopo Sadoleto, dem 
grossen Freunde des Alterthums kam, so steigert sich die 
Vermuthxmg zur Überzeugung, dass letzterer sein Haus 
nach RafaePs Plan habe bauen lassen.  "Jenes Haus in 
Backsteinen aufgeführt, hat starke Thiir- und Fensterbe- 
kleiduxlgen, und Gesimmse von gehauenen Peperinsteinen. 
Die fünf Fenster in der Breite haben nach Rafaefs gewöhn- 
licher Art abwechselnd spitze und gerundete Giebel, die 
Gesimmse starke und massige Ausladungen. 
Den Plan zu den Ställen für Agostino Chigi 
schreibt Vasari dem Rafael zu. Befanden sich dieselben 
neben dessen Haus, nun die Farnesiua genannt, so sind sie 
jetzt so gut wie zerstört und wurden, wie Gaspare Celio 
in seinen liiemorie de" nomi degli arteiici delle pitture etc. 
di lioma (Napoli 1638) berichtet, niemals vollendet. Letz- 
terer Schriftsteller glaubt auch das Gartenhäuschen am Ti- 
bertiuss desselben Palastes nach dem Plane Rafaefs erbaut. 
ÄMir indessen scheint dieses Gebäude, von einer Schönen 
Architektur toskanischer Ordnung, zu sehr das Gepräge 
des Baldassare Peruzzi zu tragen, der bekanntlich auch den 
Palast der Farnesiila gebaut, als dass ich auf jene unsichere 
Angabe des Celio irgend ein Gewicht zu legen getraute. 
Der Plan zu der Villa des Cardinals Giulio (15
        

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