Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1519229
zu Bihlwßerken. 
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suchte und einen Knaben in diesem Stein ausgeführt hat, 
Cavaeeppi (Raccolta d'antiche Statue. Roma 1768. I Tav. 44) 
gibt nun die Abbildung eines verwundeten, todten Knaben, 
welcher auf dem Rücken eines Delphin liegend, 'von die- 
sem durch die Fluthen getragen wird, und fügt dem Ku- 
pferstich folgende Notiz bei: Delfino che riconducc al lido 
il fanciullo da lui involontariamente uciso con una delle sue 
spine nel condurlo a solazzo per mare. Opera di Raifaello 
eseguita da Lorenzetto e presentemente posseduta da Sua 
Ecc. il Sig. Bali de Breteuil, Ambasc. della sacra religione 
Gerosolimitana presso la Santa Sede.  Ein Abguss dieser 
Gruppe befindet sich unter den Mengäschen Gypsen in 
Dresden (N. 89), der uns überzeugen kann, dass dieser 
Knabe wirklich derjenige sein dürfte, welchen der Brief 
des Grafen erwähnt. Nach der Angabe im Inventarium der 
Gypse, welche von den Mengsschen Erben für Dresden 
erstanden wurden, ist diese Gruppe verzeichnet: „I'utto 
morto di S. A. lt. di Parma."  Dieser Notiz folgend, 
müsste dieselbe sich nun in Neapel befinden, woselbst ich 
sie aber nirgends habe entdecken können. Unbegründet er- 
scheint die Angabe, dass sich das Werk nun im Museum 
in 'l'urin befinde, da es die Cataloge nicht erwähnen. Zu 
den Bemerkungen, welche ich schon über diesen Gegen- 
stand zu machen veranlasst worden, füge ich noch folgende 
hinzu: Dass sich Rafael an diesem Marmor zuerst in der 
Bildhauerei versuchte, wird aus dem Umstand wahrschein- 
lieh, dass bei dieser Figur nicht alle Theile vollendet sind, 
wie u. a. die Extremitäten; auch hat er sich hie und da 
verbauen, wie an der sonst sehr naturgetreu und kindlich 
gehaltenen Brust, deren rechte Seite ihrer Lage nach et- 
was zu schmal ausgefallen ist. Ob indessen der sehr stark 
gewundene Delphin den Angaben RafaePs entsprechend aus- 
geführt worden, ist fast zu bezweifeln; wahrscheinlich über- 
liess er dem Lorenzetto diesen untergeordneten Theil, der 
ihn dann nach seiner Phantasie, nicht aber mit dem Sinn 
für Schönheit des grossen Meisters behandelte. Noch Cill 
anderer Umstand scheint diese Ansicht zu bestärken; näm- 
lich der Delphin ist in allen Theilen gleichmässig ausge-
        

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