Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1519169
Bildnisse. 
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sollte portraitirt haben, ist sehr unwahrscheinlich. Alle diese 
Einwendungen kommen indessen hier nicht in Betracht, da 
fragliches Portrait nicht das Geringste von RafaeYs Art zeigt 
und höchstens ein Bild eines seiner imbedeutenden Schüler 
sein dürfte. 
b) Portrait eines Cavaliers im Museum zu Nea- 
pel. N. 264. Auf Holz. Halbe Figur eines schwarz geklei- 
deten, jungen Mannes mit kurzem Bart und einer Miitze auf 
dem Kopf. Seine Rechte stiitzt sich auf den Griff eines 
Schwertes. Der Grund ist von zwei Pilastern begrenzt. Das 
Portrait soll der Angabe nach den Cavaliere Tibaldeo vorstel- 
len. Schon die Tracht mit den geschlitzten Ermeln weist die- 
ses Bildniss in eine Zeit, welche um einige Jahrzehnte nach 
RafaePs Tod fällt. In der Behandlungsweise ist es überein- 
stimmend mit andern Portraiten von Francesco Rossi, Salviati 
genannt, die sich in der Florentiner Gallcrie befinden. Das 
Ungegriindete der Benennung der Person ergibt sich schon dar- 
aus, dass Antonio Tibaldeo im Jahr 1537 im Altar von 74 
Jahren starb. Gestochen von Giziglielmo Morglien. fol. 
c) Jacopo Sanazzaro in der Sammlung des Cav. Car- 
mizze Lancellatti zu Neapel. Es ist schade, dass dieses inte- 
ressante und wirkliche Portrait des ausgezeichneten Schrift- 
stellers sehr gelitten hat und ganz iibermalt wurde. Er ist 
hier im Alter von etwa 50 Jahren dargestellt, aber sicher 
nicht von Rafael, sondern von einem alterthiimlicheren Meister, 
obgleich das Bild mit dem Jahr 1516 bezeichnet ist. Auch schrieb 
schon unterm 27. April 1707 P. Sebastiano Resta an den An- 
tiquar Magnavacca aus Bologna, der ehedem das Bild besessen: 
„Euer Poet Sanazzaro von Raffaelo, so viel Lob das Bild 
auch erhalten hat, Endet keinen Käufer in Rom." Siehe Pun- 
gileoni p. 152. _Wohl aber könnte es dasselbe Bild sein, von 
dem, nach dem Bericht des Anonymen des Morelli, im Hause 
des Pietro Bembo zu Padua sich eine Copie von Sebastiano 
de] Piombo befand. Siehe Morelli Notizia d'opere di disegno 
etc. p. 18. Gestyvon Aloysius Morglten als Titelkupfer zum 
Leben des Sanazzaro von Monsig. Colangelo. 
d) Cesare Borgia wird ein Portrait eines jungen Man- 
nes, halbe Figur, im Palast Borglcese zu Rom genannt llfld 
dem Rafael zugeschrieben. Beide Angaben sind unrichtig: die 
schwarze spanische Tracht beweist, dass es eine Person vor- 
stelle, die nach dem Tode Rafaefs lebte; nun starb aber be- 
kanntlich Cesare Borgia schon im Jahr 1507. AuCh die BE- 
handlungsweise entspricht in keiner Weise der des Rafael- 
II. Q8
        

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