Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518846
Heilige 
F lunilieiz. 
401 
dem eine Rose liegt. Johannes steht der Jungfrau zur 
rechten Seite, man sieht seinen Körper nur bis unter die 
Schulter, weil ihn Maria verdeckt. Er hält die Arme in 
die Höhe, Christus neigt sich zu ihm und sie beide halten 
zusammen ein Lamm. Die Knaben blicken sich lieblich mit 
unbefangener Fröhlichkeit an. Doch ist das Gesicht des 
Christkindes bedeutungsvoller, der Blick seines Auges glän- 
zender und tiefer. Maria sieht mit sanft geneigtem Haupt 
auf Johannes, ihr jugendliches Gesicht ist fast ernst; es um- 
schwebt dasselbe bei einer göttlichen Milde ein stiller Zug der 
'l'rauer, eine Ahndung der Zukunft. Joseph, der wenig zu- 
rück der Maria zur Seite steht, blickt nachdenkend auf sie 
und die Kinder. Maria ist blau gekleidet, ein grünlich 
Oberkleid legt sich um ihren Schoos. Sie hat die schön- 
sten Hände, die ich je, an einer Rafaelischen Madonna sah. 
Frau von Humboldt im Programm der Jenaer Literaturzei- 
tung 1809 p. V-VIII.  Von keinem Schriftsteller habe 
ich dieses Gemälde sonst erwähnt gefunden, auch kenne 
ich keine Zeichnung dazu, oder Kupferstich nach ihm. 
Demobngeachtet trauen wir der nun hingeschiedenen, kennt- 
nissreichen Berichterstatterin Schärfe des Blicks genug zu, 
dass sie sich in ihrer Angabe nicht völlig geirrthat und 
wir wenigstens ein Bild aus der Werkstätte RafaePs vermu" 
then dürfen. Sollte vielleicht die Zeichnung in der Flo- 
Tcntiner Sammlung Verz. N. 118 ein erster Entwurf zu 
dem Bilde sein? , 
266. 
Die heilige Jungfrau in den 
Auf Holz. Hoch 3' 4" 6'" br. 2' 4"- 
Ruinen. 
In der Sacristei des Escurial befindet sich ein Bild, 
welches dem Rafael selbst zugeschrieben wird, aber wohl 
nur unter seiner Leitimg ausgeführt wurde. Maria, leicht 
hingekniet, hält das auf einem Gesimmsfragmellt SilZCHdß 
Christkind, welches das Köpfchen nach der Mutter wen- 
det und die Rechte. nach dem kleinen Johannes streckt; 
dieser reicht ihm kniend ein Kreuzchen dar. im Ilillter- 
Sfllnd wandelt Joseph in Ruinen, indem er Sie mit einer 
ll. 2G
        

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