Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515126
13071 
bis 
1500 
1504. 
29 
como Mancini an Pungileoni mitgetheilten Actenstiick des 
Notars Andrea Brozzi erhellt. Es lautet wie- folgt: „Guar- 
dianus et Fratres Ord. S. Francisci Min. conv.    altare 
sub titulo S. Joseph, in quo apparet pictum Sposalitiilm ip- 
sius S. Joseph cum B. V. Maria manu celeberrimi riri Ra- 
phaelis de Urbino     volentes     conccdere 11m0 
et admodum excellenti D. Albezzino, -et D. Pietro q. d. 
Julii de Albezzinis de Civi Castelli    et iconam ipsius 
altaris, ut supra dictum est, pictam cum omnibus et singu- 
lis ejusdem altaris et Iconae juribus et pertinentiis etc.  
Actum die Q5 Mens. Aug. 1633."  Nach demselben Be- 
richterstatter (im Giornale Arcadico N. XXXII. 1826 p. 359) 
hielt sich Rafael in der Composition an das berühmte Bild 
seines Meisters Perugiilo, ehedem im Dom zu Perugia, jetzt 
in Caen in der Normandie, nur dass er die Gruppen der 
Männer und der Weiber versetzte, den Figuren etwas mehr 
Bewegung und dem 'l'empel eine schönere" Architektur gab. 
Auch im Einzelnen erkennt man noch meist Peruginds Be- 
handlungsweise, obgleich Ausdruck und Bewegung feiner 
und lebendiger sind, die Töne der Carnation zärtere Über- 
gänge haben, und überhaupt die Eigenthümlichkeit Rafaefs 
schon überall durchleuchtet. ln den Gewändern sind einige von 
des Perugino Art abweichende Färbungen, und zum Theil 
Farbstoffe angewendet, welche, wie-das Grüne am Gewand 
der vordern weiblichen Figur links, sehr nachgedmlkelt ha- 
ben. Die Ausführung ist nicht wie bei den kleinern Bildern 
Rafaefs auf den änssersten Grad der Vollendung getrieben, 
sondern mehr auf die allgemeine Wirkung berechnet, wie 
es einem grössern Werke angemessen ist. Die Linien des 
in Perspective gezogenen 'l'en1pels sind dunkel eingerissen 
und durch den dünnen Farbenalütrag noch sichtbar. Bei- 
nahe drei Jahrhunderte hindurch blieb das Bild die Zierde 
der Kirche, bis dass der General Graf Giuseppe Lechi aus 
Brescia, Befehlshaber einer französischen Truppenabtheilung 
es sich mit dem Degen in der Hand, am 29. Januar 1798 
vom Magistrat der Stadt als ein Geschenk darbringen liess. 
Von ihm kam es an den Grafen Salazar, der es dem Ospe- 
dale maggiore in Mailand vermachte, und von diesem er-
        

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