Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518562
Die 
Ronfs. 
Schenkung 
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im Grund sitzt der heilige Sylvester auf einem Thron und 
empfängt segnend das wichtige Geschenk von dem vor ihm 
kniendexi Kaiser, indem dieser symbolisch eine goldene Fi- 
gur der Roma überreicht. Zu den Seiten des Papstes ste- 
hen mehrere Geistliche und unter den hinter dem Kaiser 
knienden Personen erkennt Bellori den der Flavischen Fa- 
milie angehörigen Grossmeister des angeblich von Constan- 
tin gestifteten S. Giorgiusordens. Schweizerwachen in der 
Kleidung, wie sie sie heute noch in Rom tragen, halten 
den innern Raum vom Zudrang des zuschaucuden Volkes 
frei. Unter denen, welche zwischen den Säulen rechts ste- 
hen, dürften die Bildnisse zu suchen sein, welche Vasari im 
Leben des Giulio Romano (VII p. 905) angibt, als des letz- 
tern eigenes Portrait, welches man in dem an der dritten 
Säule etwas höher stehenden Manne mit der Mütze er- 
kennt; sodann die Dichter Pontano und Murallo. Gegen- 
über links sieht man ferner das von Vasari erwähnte Por- 
trait des Grafen Baldassare Castiglione, des treuen Freundes 
Rafaefs und grossen Gönners des Giulio Romano, welcher 
auch durch ihn nachmals an den Hof von Mautua gezogen 
wurde. Vieles Volk, besonders Weiber und Kinder knien 
im Vordergrunde, mit mehr oder weniger Aufmerksamkeit 
der Feierlichkeit zusehend, während ein allerliebster nack- 
ter Knabe, um den Vorgang unbekümmert, auf einem Hunde 
reitend spielt. Auf den beiden vordern Säulen stehen fol- 
gende Inschriften: Jam tandem Christum libere profiteri li- 
cet, und: Ecclesiae Dos a Costantino tributa. Sie beziehen 
sich auf das von dem Kaiser zu Gunsten der Christen er- 
lassene Edict und auf die im Bilde dargestellte Schenkung 
an die Kirche. 
In der Anordnung dieses Gemäldes hat sich Giulio Ro- 
mano, dem die Erfindung zuzuschreiben ist, als einen wiir- 
digen Schüler Rafaefs bewährt; so sind auch einzelne 
Gruppen sehr schön und malerisch, obgleich sie nicht im- 
mer im engen Bezug auf den Hauptgegenstand stehen, was 
allerdings bei reichen Darstellungen von Feierlichkeiten wie 
diese, wo nur wenige Personen in der Handhmg begüifen, 
die meisten nur müssige Zuschauer sind, sehr schwer, ja
        

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