Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518511
246. 
Die 
Schlacht 
Constantids. 
Hoch 22 Palm, lang 50. 
Die reiche Composition hat das linke Ufer des 'l'iber- 
Flusses zum Schauplatz, die Milvische Brücke (Ponte Molle) 
bildet rechts den Ilintergrunrl und den Horizont begrenzt 
die Islügelket-te von Monte Marie nach dem Monte Gianicolo 
hin. Der Kaiser Constantin, in der Mitte des Bildes, sprengt 
auf einem mächtigen Boss  durch das Schlachtgewühl und 
schwingt seinen Speer nach Maxentius, der mit seinem Heer 
von den Gegnern ans Ufer hingedräxigt, mit seinem Pferd 
vergebens durch den Fluss zu schwimmen sucht. Drei En- 
gel mit Schwertern schweben über dem Kaiser, den durch 
Gott verliehenen Sieg bezeichnend. Indessen dauert der 
Kampf noch aufs heftigste fort, obgleich die Niederlage der 
Krieger des Maxentius durch frisch heransprengende Reiter 
des Constantin und durch jener Flucht auf der Brücke sich 
auf das Deutlichste herausstellt. Zu weit würde es iiihren, 
hier eine genaue Beschreibung der vielen herrlichen Episo- 
den zu geben, aus welchen dieses reichste aller Schlacht- 
gemälde besteht; ich beschränke mich auf das zu verweisen 
was im ersten Theil S. 333 bereits darüber mit-getheilt wor- 
den ist. Nach den Zeichnungen von liafaefs Hand, Welche 
sich zu dieser Schlacht erhalten haben, geht nach dem Be- 
richt liichardsoifs (IV p. 427) hervor, dass in der Male- 
rei manche Figuren weggelassen sind, wodurch die Compo- 
sition des Schlachtgetiimlnels weniger verwirrt erscheint; so 
z. B. ein Fahnenträger mit zwei andern Kriegern, welche durch 
den Fluss schwimmend sich zu retten suchen. Sodann der 
Theil des "Kampfes, der sich bis in die Schluchten des Ber- 
ges hinein erstreckt und mit den vordcrn Begebenheiten 
zusammenhängt. NVahrscheinlich machte Rafael diese Än- 
derungen selbst im Carton, von dem sich noch ein Stück 
in der Ambrosianischen Bibliothek zu Mailand befindet; 
denn in dem Gemälde ist keine Liicke und nichts Fremdar- 
tiges, von Giulio Romano Eingeschobenes bemerkbar. Was 
diese Darstellung einer Schlacht vor allen andern, die früher
        

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