Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515101
1'011 
1500 
bis 
1504. 
27 
Theil ein schwarzes enganliegendes Kleid, das oben zum 
Schluss mit zwei runden, gelb-metallnen Schnallen versehen 
ist. Auf diesen steht RAFFAELLO.  VRBINAS. FEC. Den 
Hintergrund bildet eine hügelige Gegend mit einigen Ge- 
bäuden und einem Islain, aus dem schüchtern ein IIirsch auf 
die Weide kommt. Siehe I S. 70. 
Die Behandlungsweise des Bildchens ist noch sehr Pe- 
ruginisch, besonders der landschaftliche Theil. Leider ist 
es nicht nur sehr beschädigt, sondern auch verwaschen 
und ilbermalt. Mir ward es vergönnt in der Gallerie zu 
Kensington eine Zeichnung von demselben zu nehmen. Wahr- 
scheinlich ist dieses Bildniss dasselbe, welches sich im Ca- 
talog der Gemälde Königs Jacob's II, als das des Rafael 
von sich selbst gemalt unter N. 123 verzeichnet findet. 
Drei 
runde 
Bildchen. 
Im Besitz des Kronprinvzen von Prcusscu. 
Auf Holz. Jedes etwa 6" im Durchmesser. 
l)iese drei Bildchen enthalten auf schwarzem Grunde 
folgende Gegenstände: Eine Pietä, oder der mit ausge- 
breiteten Armen auf einem Sarkophag sitzende Christus  
Sodann die halben Figuren der Bischöfe und Schutzhei- 
ligen von Perugia S. Lodovicus und S. Herculanus. 
Siehe I S; 70.   
Offenbar waren dieseetwas Hiichtig, auf Peruginische 
Art behandelten Bildchen einst Theile einer Predella; allein 
es ist unbekannt von welchem Altarblatt. Herr von Rumohr, 
1) Das Berliner Museum bewahrt noch eine andere Pietä N. 225, 
18" hoch, 9" 6'" breit, auf Leinwand in Leimfarben gemalt. Chl-i- 
stns von vorn gesehen, hat in der Bildung des Kupfes einige Ähn- 
lichkeit mit dem Profilkopf des Christus auf dem Ölberg auf der Predella 
des Altarblattes für die Nonnen des h.Ant0l1il1S VOR 13341111111 Perllgia- 
Da dieses Bildchen nun zwar nach RafaePs Composition, aber nicht, 
von ihm selbst ausgeführt ist, so dürfte fragliche Pietä V0" demsel- 
ben Mitschüler, vielleicht nach einer Zeichnung RafaßPS herrühren. 
Sowohl die Behandlung im Allgemeinen, als auch der keineswegs 
zierliche, grob, schwarz uxnrändete Nimbus scheinen hinlänglich, um 
die Ausführung dem Rafael nicht zuschreiben zu dürfen.
        

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