Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518421
Die 
Vßrlclärzmg 
C7hrisii. 
359 
Oben angezogener Brief des Grafen Uastiglione an den 
Cardinal gibt über die Verhältnisse des Erstern zu Rafael, 
und seinem Schüler interessante Aufschlüsse, daher ich ihn 
hier in der Übersetzung folgen lasse. (Ahgfrdrllckt ist er 
in den Lettere pittoriche IV N. 3.) „()bgleich die Zeiten 
der Art sind, dass mein Anliegen lästig erscheinen dürfte, 
so sehe ich mich doch nach der Ptlicht, welche ich mei- 
nen Freunden schuldig glaube, genöthigt, Ew. Herrlichkeit 
um eine Sache zu bitten, welche, ich denke, Ihnen nicht 
im (ieringsten ungelegen, aber deinem Ihrer Diener und 
meinem Freunde Giulio, Schüler des Rafael von Urbino, 
eine grosse Gnade sein würde. Nämlich Ew. Herrlichkeit 
schulden noch für die 'l'afel, welche Rafael für Sie gemalt, 
eine gewisse Summe, die jener zwar jetzt nicht verlangt, noch 
für sich haben will, aber da er eine erwachsene Schwester 
hat, welcher er einen Mann (den Bildhauer Lorenzetto, der 
unter liafaets Leitung die Statue des Jonas ausgeführt 
hatte) gefunden hat, wenn er im Stande wäre ihr eine 
Mitgift zu geben, so wünscht er, dass Ew. Herrl. die Gnade 
haben möchten zu bestimmen, zu welcher Zeit es Ihnen 
gefällig wäre jenes Geld zu geben; denn sollte er es auch 
jetzt nicht erhalten, noch in sechs, oder acht, oder zehn 
hlonaten, so würde der junge Mann, welcher die Schwe- 
ster Giulids heiratheil will, sich nicht darum kümmern, 
wenn er nur sicher ist, dass er es zur versprochenen Zeit 
erhält. Ew. IIerrl. würden nun durch diese Bezeugung der 
Gnade ausser dem Dank des Giulio, welcher Ihnen so sehr 
ergeben ist, auch mich auf ewig verbinden. Ich habe das 
Zutrauen gefasst, Ew. Herrl. diese Sache anzuempfehlen, da 
ich ausser der Liebe, die ich zu Giulio habe, auch dem Ra- 
fael seligen Andenkens, den ich jetzt nicht weniger liebe, 
als da er lebte, gerne genügen möchte, und ich weiss, dass 
er wünschte, jene Schwester des Giulio möchte versorgt 
werden. Weiter füge ich nichts hinzu, als dass ich Ew. 
Herrlichkeit unterthänigst die Hände küsse. In Rom den 
7. Mai 1522." 
Das Ansuchen durch den Grafen erhielt baldige Ge- 
währung, wie aus dem Buch A der Debitoren und Credito-
        

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