Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518395
356 
Genlälde 
D011 
1518- 
1590. 
Es ist schon im ersten Theil S. 319 sowohl über den 
allgemeinen Zusammenhang der Darstellung, als über das 
Einzelne die Rede gewesen; hier noch einige nachträgliche 
Bemerkungen. Dass Rafael in der Anordnung des obern 
Theils des Gemäldes, oder der Verklärung im engen Sinne 
des Wortes einem altchristlichen 'l'ypus im Wesentlichen 
gefolgt, beweist die alt byzantinische 'l'afel mit mehreren 
kleinen musivischen Darstellungen aus dem neuen Testa- 
ment, welche sich nun in dem Schatz von S. Giovan Bat- 
tista zu Florenz befindet  allein ganz ungegriindet ist die 
Behauptung, Rafael habe diesen Gegenstand knechtisch nach 
einem Frescogemälde eopirt, welches sich in der kleinen 
Halle befindet, die als Eingang zum Hof der Kirche S. Mi- 
niato in Monte bei Florenz dient. Denn obgleich Gio Batt. 
Nocchi dasselbe in Umriss als eine Malerei des 15. Jahr- 
hunderts bekannt gemacht, so bedarf es doch nur eines 
wenig geiibten Blicks, um in diesem geringen Werk viel- 
mehr eine späte Nachahmung nach RafaePs Bild zu er- 
kennen. 
Kaum der Erwähnung werth ist der Vorwurf, als habe 
Rafael in dem Gemälde zwei ganz verschiedene, unter sich 
in keinem Zusammenhang stehende Gegenstände dargestellt, 
wie Richardson in seinem Traite de la peinture II p. 44 
III p. 610, und Falconet in seinen Oeuvres, Lausanne 1781, 
IV p. 274 behauptet. Schwieriger dürfte es sein die bei- 
den Diaconen, welche als Zeugen der Verklärung verehrend 
zur Seite knien, zu rechtfertigen, oder auch nur entschul- 
digend zu erklären. Sicher ist anzunehmen, dass Rafael 
durch den Besteller des Altargemäldes, Cardinal Giulio de' 
Medici, nachmals Papst Clemens VII, zu dieser fremdarti- 
gen Zuthat genöthigt wurde, und es wird höchst wahr- 
scheinlich, dass die beiden Diaconen die heiligen Giuliano 
und Lorenzo, in Anspielung auf jenes Vater und Oheim, 
bei dem er erzogen worden, vorstellen. Ich übergebe hier 
einige andere dem Gemälde gemachte Vorwürfe in Bezie- 
1) Siehe C. F. von Rumohr Italienische Forschungen 
Gori Mon. Basil. Bapt. Flor. p. 23' IV 4. 
und 
I 
80 Z.
        

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