Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518262
Die 
Loggia 
der 
Furnesinu. 
343 
seiner irdischen Laufbahn die crstaunungswürdigsten Werke 
ausführen. Es muss daher das, was Vasari bei Gelegen- 
heit der Frescogelnälde in der Loggia Chigi sagt, als etwas 
völlig ungegrilndetes betrachtet werden. Dagegen ist seine 
Angabe anzunehmen, dass Rafael zu den Darstellungen aus 
der Fabel von Amor und Psyche wenig mehr als die Car- 
tons gemacht, und die Ausiührung in Fresco seinen Schü- 
lern Giulio Romano und Francesco Penni überlassen habe, 
denen sich noch Giovanni da Udiue beigesellte, um den 
ornamentalen Theil, oder die schönen Laub- und Frucht- 
gevvinde zu malen, welche die verschiedenen Felder umge- 
ben. Woher Tltti (Pitt. etc. di lloma p.  die Nach- 
richt hat, dass auch Gaudenzio da Ferrara und Raifaellino 
del Colle an dieser Arbeit geholfen haben, ist unbekannt, 
daher sie als unzuverlässig dahingestellt bleibt. Jetzt ist 
es schwer über das ursprüngliche Aussehen der Gemälde 
zu urtheilen, da sie zum Theil sehr gelitten haben und durch 
Carlo Maratti stark überarbeitet wurden; musste er sie doch 
durch einen gewissen Gianfraucesco Ilossi mit SÖÜ Kupfer- 
nägeln befestigen lassen und den Lufttoil des Grundes völ- 
lig übermalen; er gab ihm aber ein zu grelles Blau, wo- 
durch die Harmonie der Farben gestört wurde. Indessen 
verdanken wir ihm ihre Erhaltung, und so wäre es ilnbillig 
mit ihm zu hadern. Auch sind manche Theile noch sehr 
gut erhalten, besonders lässt sich bestimmt wahrnehmen, dass 
Rafael an dem Bilde, wo Amor den Grazien seine Geliebte 
zeigt, die vom Rücken gesehene weibliche Figur "selbst ge- 
malt hat. Sie zeichnet sich auffallend vor allen übrigen ,Gestal- 
ten aus, sowohl durch die meisterhafte Ausführung und die 
zarte Carnatiou, als durch die schöne Zeichnung; zwar sind 
auch bei ihr die Formen überaus mächtig, aber sehr fein 
gßtühlt in den Umrissen und lebendig modellirt; sie ist 
eine wahrhaft überirdische Gestalt. Alle übrigen Figuren, 
S0 schön auch ihre Bewegungen und Zusammenstellungen 
sind, ermangeln dagegen in der Zeichnung der Zartheit, 
Sind öfters übermächtig und fallen in der Carnation ins Ziegel- 
rothe. Um Gesagtes hier nicht zu wiederholen, begnüg: ich 
mich auf das bereits im ersten Theil S. 303 darüber Mit-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.