Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518259
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Gemälde 
von 1618- 
1529. 
fael im Stande war ein Bild, wie fragliches auszuführen. Der 
zweite des Namens lebte aber später und trug im Jahr 154-1 
viel zur WViederherstellung des Thurms der Kirche S. Ainand 
bei. Aus diesen Angaben ergibt sich unwiderleglich das Irrige 
obiger Aussage. Aber auch das Gemälde in Bouen selbst 
zeugt dagegen , indem dessen Behandlungsweise der Art 
des 17. Jahrhunderts entspricht; dieses fällt besonders auf an 
der Bischofsmütze und dem Krummstab, welche statt der Tiura 
bei dem Papst liegen, und an den starken Schnüren mit Qua- 
sten, da es Abweichungen vom Original sind, die sämmtlieh 
den Geschmack des 17. Jahrhunderts verrathen. Ausserdeln 
bleibt die Zeichnung weit hinter dem Original zurück, beson- 
ders sind die Engelsköpfchen in der Glorie sehr plump. Der 
Farbenauftrag ist stark, daher das Bild nachgedunkelt hat. 
Die schöne Lithographie von Auvbery Le Comfe gibt einen zu 
vortheilhaften Begriff desselben, wahrscheinlich hat er bei der 
Fertigung derselben den Stich von F. Müller benutzt. 
b) Unbedeutend ist die Copie, welche sich in der Kirche 
S. Severino in Neapel befindet. 
241. Darstellungen aus der Fabel von Amor 
und Psyche in der Loggia der Farnesina. 
Nach Vasari, welcher diese Arbeit gegen das Ende der 
Lebensjahre Rafaefs setzt, hätte Agostino Chigi den Auf- 
trag dazu schon seit längerer Zeit gegeben, wäre aber im- 
mer damit hingehalten worden, weil Rafael sich nicht habe ent- 
schliessen können, sich von seiner Geliebten zu trennen; 
endlich sei Agostino auf den Einfall gekommen, diese in 
sein Haus und in das Zimmer zu lassen, in welchem Ra- 
fael für ihn gearbeitet, so sei denn die Sache endlich zu 
Stande gekommen. Es ist zu beklagen, dass Vasari über- 
haupt solchen Geschichtchen ein allzuwillig Ohr geliehen und 
hier besonders den edeln Charakter und die ununterbrochene 
Thätigkeit des grossen Mannes in ein triibes Licht zusetzen 
suchte. In der That bedarf es nicht der Erfindung solcher 
höchst banalen Märchen, um zu begreifen, wie Rafael ver- 
hindert war so schnell, als sein Gönner gewünscht, dessen 
Aufträge zu erfüllen; sehen wir ihn doch über alles ge- 
wöhnliche Mass menschlicher Kräfte, und mit einer Aus- 
dauer und einer Productionskraft bis in die letzten 'l'agß
        

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