Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518234
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Gcnzälalc 
1'071 
1518-4520. 
gesetzt sind. Die Eile, mit welcher überhaupt der grössere 
'.l'heil des Bildes dürfte gefertigt worden sein, offen- 
hart sich auch noch im Kopf der Maria, deren linkes Auge 
etwas zu tief steht; es scheint eben, dass Rafael, indem er 
den Kopf xiach dem Leben malte, sich mehr bestrebte das 
Ideelle nicht ausser Augen zu lassen, als die Richtigkeit 
der Zeichnung zu berücksichtigen, vielleicht dass er auch 
nur einen Naturfehler unbeobachtet nachahmte. Diese ver- 
schiedenen Andeutungen, denen sich noch manche andere 
hinzufügen liessen, und die eigenthümliche Disposition des 
dargestellten Gegenstandes, so auch, dass das Bild auf eine 
Leinwand gemalt ist, was damals in den Römischen und 
'l'oskanischen Schulen nur ausnahmsweise bei besondern Ver- 
anlassungen zu geschehen pflegte, macht die Vermuthung 
des IIrn. von Rumohr (Italienische Forschungen III S. 131 
und Drei Reisen nach Italien S. 78) höchst wahrscheinlich, 
dass das Gemälde von einer Bruderschaft oder von den 
Mönchen der Klosterkirche des h. Sixtus in Piacenza zum 
Behnf einer Kirchenfahxie (drapellorle) für die Processionen 
ist bestellt worden. Dass aber das hohe Meisterwerk, um 
es sicherer vor "Urlfällen zu schützen, bald auf den 
Hauptaltar der Kirche zu dessen Schmuck aufgestellt wurde, 
bezeugt schon Vasari, der es daselbst gesehen, es aber 
aus Versehen als auf eine Tafel gemalt angibt. Im Jahr 
1754 erstand es der Kurfürst von Sachsen August III, Kö- 
nig von Polen, um den Preis von IIJliI-Ü Zecchinen, oder 
wie Winckelmann an Berendis unterm 17. September 1754 
schrieb: (iUJJOO Gulden ohne 'l'ransportkosten und Präsent. 
Ausserdem erhielt die Kirche eine alte Copie von Paris No- 
gari, die nun den Platz des Originales einnimmt. Der Ma- 
ler Giacomo Giovannini begleitete dieses bis nach Dres- 
den, wo es, wie ich schon berichtet habe, mit; ausserordent- 
liehen Ehren aufgenommen wurde. Vor einigen Jahren erkannte 
man die Nothwendigkeit, das Bild vom Schmutz zu reinigen und 
durch einen neuen Firniss zu erfrischen. Hiezu wurde der 
bekannte Bilderhersteller Palmaroli aus Rom berufen. Als 
alieser nun nach italienischer Weise etwas scharf beim Rei- 
nigen zu Werke ging, stellte man die Operation, noch ehß
        

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