Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518200
Rafa el 's 
Geliebte. 
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sich die Person in jüngere Jahre zuriickdenkt; indessen ge- 
stehe ich gerne, dass diese Ähnlichkeit nicht so auiiallend 
ist, dass Andere vielleicht nur im Allgemeinen eine Über- 
einstimmung der Bildung darin finden diirften. 
Das Portrait ist nicht im Inventarium der Gemälde in 
der 'l'ribune verzeichnet, obgleich man mir versicherte, es 
Sei in einem andern alten Catalog als ein Werk RafaeYs 
angegeben. Früherhin hing es im Landsitze Poggio lteale 
und wurde erst im Jahr 1894 nach dem Palast Pitti ge- 
bracht. Wahrscheinlich ist es dasjenige Bildniss der Ge- 
liebten Rafaefs, welches zuerst Vasari, dann Francesco 
Boechi 1591, zuletzt Giovanni Cinelli, in den Bellezze di 
Firenze 1677 p. 173, als im Hause der Kaufleute Botti zu 
Florenz befindlich angegeben haben. Letzterer beschreibt 
es wie folgt: „Ci e ancora un ritratto di una giovane di 
bei sembiante, e leggiadro dipinto da llaffael da Urbiuo: il 
quale e tenuto dagli artefici in grande stima: e s] come fu 
questo pittore ammirabile, cosi e Fopera nobile, e famosa 
appresso tutti." Ans diesen Nachweisungen ergibt sich 
nun, wie unrichtig die Angabe ist, welche zuerst Tommaso 
Puccini in der Real Galleria di Firenze I p. 6 bekannt ge- 
macht, nach welcher Galuzzi, der die Geschichte der Gross- 
herzoge von Toscana geschrieben, im Mediceischen Archiv 
Soll gefunden und dem Legaten Botti mitgetheilt haben, 
dass Matteo Botti, Kammerherr Cosimus I, diesem die 
Hälfte seines Hansraths vermacht habe, wobei, wie Puccini 
vermuthet, sich auch das Bildniss der Geliebten llafaefs 
befunden, und welches, wie er abermals vermuthet, in dem 
Frauenbildniss von 1512 in der Tribune zu erkennen sei. 
Dass dieses aber die Geliebte RafaeYs nicht vorstellt, hatte 
ißll schon oben Gelegenheit zu beweisen; wie sich denn 
auch dadurch, dass unser Bildniss im Palast Pitti nicht im 
Illventarium von 1589 bis 1634 verzeichnet ist, sondern 
noCh bis zum Jahr 1677 im Hause Botti vorhanden war, 
eben so sicher ergibt, dass dieses unmöglich an den Her- 
zog Cosimo I kann vermacht worden sein. IIat GaluzzYs 
Nachricht wirklich Bezug auf das Portrait der Geliebten 
Ralfaefs, was bis jetzt nur von Puccini vermuthet wurde, 
I. 22
        

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