Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518183
Der 
Viulinspieler. 
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der seinen Gesang nach damaliger Sitte mit einer Bratsche 
begleitete, zu suchen haben, scheint ausser Zweifel. Anto- 
nio Ik-baldeo, auf den man gerathen, kann es aber eben 
so wenig sein, als Bernardo Aceolti, l'unico Aretino ge- 
nannt, da ersterer im Jahr 1463, lßlZlCPCl' 1466 gßbßrßlh 
also beide im Jahr 1518 schon Funfzigcr waren. Von Gia- 
eomo Sausecendo gilt dieselbe Einwendung, da Graf Bal- 
dassare Castiglione ihn schon am Hofe von Urbino, also 
vor 1598 auftretendässt. Auch den liebenswürdigen Gio- 
vanni lkluzarello, der als Schriftsteller unter dem Namen 
Mutius Aurelius bekannt ist, kann unser Bildniss nicht dar- 
stellen, da er schon im Jahr 1516 als ein hoffnungsvoller 
Jüngling verunglückte, wie sich dieses aus dem Brief vom 
3. April desselben Jahrs von Pietro Bembo an den Cardi- 
nal da Bibiena ergibt.  Siehe des Bembo Briefe lib. II 
p. 16.) Zu den Improvisatoren, die Leo X sehr schätzte, 
gehören noch Brandolini und Camillus Querno, besonders 
aber Andrea Marone aus Brescia, der seine Improvisatio- 
nen mit der Bratsche begleitete und beim Fest des Cos- 
mus, welches der Papst zu Ehren seiner Vorfahren feier- 
lichst hielt, den Preis der lmprovisatoren gewann. (Siehe 
W. Roscods Leben Leo X Ill p. 137.) Auf diesen Sieg 
liessen sich auch jene Lorbeerblätter und Immortellen bei 
dem Fidelbogen deuten. Mit dem Cardinal Hippolito de' 
Medici war Marone längere Zeit am Hof von Ferrara, 
wollte aber nicht mit ihm nach Ungarn reisen, sondern 
kehrtenach Rom zurück. (Jowius El. LXXII.) Hieraus 
ergibt sich auch, dass er zu Leo's X Zeiten noch jung war, 
und die Annahme, dass das Bildniss den Andrea Marone 
vorstelle, gewinnt immer mehr an kliiahrseheinlichkeit. Siehe 
I S. 999. 
Eine alte Copie nach dem Violinspieler sah ich in der 
Sammlung des Grafen Marc Antonio Oddi zu Perugia. Und eine 
Sßhulcopie, aber nur den Kopf, in der Gallerie Chigi zu Rom. 
Kupferstiche: I. Felsivzg. fol.  Pielro Salvafori, 
Schlecht. fol.  Lith. von Grevedovz nach einer Zeichnung von 
BOSSE. fol. -Desgl. vorzüglich von P. Guglielrni, Romae 183i. 
fol- N Ümriss im WVerk von Longhmza p. 37-
        

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