Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518165
Leo 
Papst 
333 
von Ctfulio dieses Portraitbild als eins der schönsten ÄVerke 
RafaeVs gezeigt wurde; worauf Giorgio erwiderte: Das Werk 
ist von der grössten Schönheit, aber nicht von BafaeVs Hand.  
Wie nicht? sagte Giulio, weiss ich dieses etwa nicht, und er- 
kenng ich nicht die Pinselstriche, die ich selbsten (lklfilll ge- 
macht habe?  lhr seid im lrrthum, entgegnete Giorgio, 
denn es ist von des Andrea del Sarto Hand, und hier seht 
ein Zeichen, das man in Florenz daran machte, auf dass es 
nicht mit dem Original verwechselt werde. Als Giulio das Bild 
hatte nmwenden lassen und das Zeichen sah, zuckte er mit 
den Achseln und sagte: „ich schätze es nicht geringer, als wenn 
es von RafaeVs Hand wäre, und selbst noch mehr, denn es 
ist ausser aller Ordnung, dass ein grosser Meister eines an- 
dern Manier so nachahmt und in allen Dingen so ähnlich 
macht. Doch genug, das grosse Talent des Andrea wollen 
wir anerkennen, wie er es verdient." Nach Gabbiani hatte 
die Copie auf der Dicke der Tafel, die in dem Rahmen steht, 
die fast unleserlichc Inschrift: ANDREA. F. r       und 
wahrscheinlich noch die Jahrszahl. Nachmals kam diese be- 
wundrungswiirdige Copie in die Gallerie Farnese zu Parma, 
und mit dieser durch Erbschaft an den König von Neapel. Jetzt 
bcivahrt sie das königliche Museum daselbst. 
h) Eine andere Copie malte Giurgvfo Vasari im Jahr 1537 
für Ottaviano de' Medici, wie er dieses in seinem Leben I p. 
13 erzählt und woriiber auch sein Brief an Ottaviano von 1537 
berichtet, welcher in der in Florenz erschienenen Sammlung 
der Briefe des erstem bekannt gemacht worden. Höchst Wahr- 
scheinlich ist dieses Bild dasselbe, welches aus der Sammlung 
des verstorbenen SV. Roscoe in Liverpool nach Holkham, dem 
Landsitz des Hrn. Coke, gekommen ist. Es ist sehr schön, hat 
aber etwas nachgedunkelt. 
c) Portraite nach dem des Cardinal Giulio de' Jlfedici in 
unserm Bilde copirt, erwähnt Vasarizwei mit grossem Lob: 
Das eine von Andrea del Sarte (VI 11.173), welches Ottaviano 
de' Medici dem alten Bischof de' Marzi gab, das andere von 
Jacopo da Puntormo (Vlll p. 199), welches ein gewisser Mau- 
rer Bossino mit andern Bildern "als Zahlung von jenem erhielt. 
Ein solches Portrait, Brustbild, hoch 2' 6" bY- 2' findet sich 
verzeichnet im Catalogue des tableziux du Cabinet du Boi 
all Luxembonrg. Paris 177i.  Lepicie in seinem Cata- 
log hält es für das Studium zu obigem Gemälde, indessen 
Versichern Solche, die es gesehen, dass es nur ein mittelmääßi- 
395 Bild, wahrscheinlich von Puniormo sei.  Gestochen von 
AVTC- Erlelinck fiirs Cabinet Crozat. fol.  Ißndon N- 319.
        

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