Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518088
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ßlrayozziczz. 
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mein Buch xiicht nur schön, sondern auch bewundmngs- 
würdig. Und wenn gleich meine Kräfte im Beschreiben 
Weit geringer sind, als dich lobbriugender Liebreiz schmückt; 
S0 wird doch, was mein Ausdruck nicht erlangt, deine 
Schönheit leisten, so wie sie öffentlich hervortritt, und 
wird das Buch so berühmt machen, dass ich hoffen darf, 
ES werde über alle andere bis zu den Gestirncn ent- 
schweben." 
1m fünften Capitel des Büchleins vom Schönen be- 
schreibt sie Nifo in redseliger Wortfülle folgendermassen: 
„Was aber durchaus und an und für sich schön in der 
Wirklichkeit sei, beweist die durchlauchtigste Johanna. Die 
ist an Leib und Seele durchweg schön. An Geist: denn 
diese Halbgöttin besitzt solche Vortrefflichkeit und I-Iold- 
Seligkeit der Sitten (was die wahre Geistesschönheit ist), 
dass sie nicht aus menschlichem, sondern göttlichem Sa- 
men cntsprossen scheint. Am Leibe: indem ihre Wohlge- 
stalt, welche die Leibesschünheit ausmacht, so gross ist, 
dass Zeuxis zu Kroton nicht so viele Mädchen nach ein- 
zelnen Theilen würde durchmustert haben, um das einzige 
Bildniss der Helena zu fertigen, falls er nur einer einzigen 
solchen Schönen Vortrefflichkeit hätte anschauen und nach 
dem Leben malen dürfen." Nun folgt die genaue Beschrei- 
bung der einzelnen Theile seiner Schönen, die im Wesentli- 
Cheil auf unser Bildniss passen, da er ihre Haare als lang 
und golden, ihre Augen als blau, das Kinn mit einem Grüb- 
chen versehen beschreibt. Im 109. oder letzten Abschnitt 
des Büchlcins der Liebe erklärt Niphus zum Schluss die 
Fürstin Johanna als die Allerschönste von allen den Schö- 
nen, die er erwähnt habe, und erkennt ihr den Preis vor 
allen I-Iochgefeierten des Alterthums zu, die Properz, Ho- 
razß llrirgil, Catull, Ovid und Acontius mit LOlJ 11m1 Liebe 
besungen. 
Johanna, mit Ascanio Colonna vermählt, ward ill alle 
die Schicksale dieses Hauses verflochten, und hatte beson- 
ders unter Paul lV, der alle Güter der Colonna im Kir- 
chenstaat einzog, die härtesten Prüfungen zu bestehen. Sie 
wurde in Rom in Zimmerhaft zurückgehalten und musste
        

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