Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1518040
Die 
Familie. 
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Schoos der sitzenden Illutter und herzt den kleinen Johan- 
nes, ihm mit beiden Händen die Wiangezi streichelnd. Dic- 
Ser kniet verehrend im Schoos der niedergekauerten Elisa- 
beth, welche ihn mit der Rechten hält. Den Grund bildet 
ein verfallenes, mit Buschwerk und Bäumen bewachsenes 
Gemäuer. Zu beiden Seiten sieht man in eine reiche Land- 
schaft. Dieses überaus liebliche Bildchen, kräftig und klar 
in der Färbung, ist sehr zart, aber meisterhaft und geist- 
reich behandelt, so dass mit Sicherheit anzunehmen ist, 
Rafael habe es grösstentheils selbst ausgeführt. Felibien, 
(Entretiens 111x335) gibt über die Herkunft desselben fol- 
gende Nachricht: „Das Bildchen, von dem ich hier rede und 
welches sich im Cabinet des Königs befindet, war lange in 
dem Hanse de Boissi, als eine{Hinterlassenschaft von Adrien 
Goulficr, Cardinal von Bcissi, welcher im Jahr 1515 (lureh 
Leo X den Cardinalshut empling und von ihm 1519 als 
päpstlicher Legat nach Frankreich gesendet wurde. Man 
sagt, dass Rafael ihm aus Dankbarkeit für die ihm am Hof 
des Königs Franz Igeleisteten Dienste jenes Bild geschenkt 
habe. Dem sei nun wie ihm wolle, der Cardinal hielt es 
sehr in Ehren und Rafael selbst trug Sorge, dass es gut 
erhalten würde, indem er es mit einem kleinen Deckel ver- 
Sah, der auf eine eben so geschmackvolle als gelehrte WVeise 
Verziert ist." Nachmals besass es der Herzog von Rouanez 
und Ludwig XIV erstand es vom Abbe Lomenie de Brienne. 
F. Le Comte, in seinem Cabinet de siugularites, Paris 1699 
ll p. 54, erwähnt es in Versailles, jetzt ist es im Pariser 
Museum, aber nicht mehr mit dem von Felibien erwähnten 
Deckel versehen. lch vermuthe indessen, dass ein kleines 
14" hohes und 11" breites, mit N. 1083 bezeichnetes Bild- 
chen daselbst der jetzt vermisste Verschluss ist. Er besteht 
aus nun zusammengetügten zwtei Tafeln und zeigt eine mei- 
sterhaft grau in Grau gemalte, allegorische Figur der Abon- 
d an t i a. Sie steht in einer Nische gleich einer Statue, stützt Sißll 
mit dem rechten Arm auf ein goldgelbes Gefäss und hält ein 
Füuhoru n1it Ähren von derselben Farbe. Die IÄHkC Setzt Siß 
m die Hüften. An dem untern Stein ist eine Maske mit 
WCHZGID muschelförmigem Munde angebracht, dzäper das Bild-
        

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