Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1517940
xlliclzucl. 
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nigs von ltritnkrcich, ltranz I, und nach ltevil et Duchesne 
1-5116 (anisot- dc peinture et de sculpture Paris 1828) war 
es der Cardinal de Boissi, päpstlicher Legat am Französischen 
llofe, welcher darüber mit Rafael verhandelte. Unbedenk- 
lich darf man annehmen, dass die Wlahl des Gegenstandes 
durch den von Luduig' XI im Jahr 1469 gestifteten Orden 
des heiligen Michael ist bestimmt werden; aber ganz unge- 
griinthzt ist die Behauptung, das Bild habe andeuten sollen, 
dass der ltönig von Frankreich, als der älteste Sohn der 
Kirche und als G-rossmeister des Sanct Michael Ordens, die 
in Deutschland iiberhandnehmeiltle Lehre Luthers zu be- 
kämpfen habe; denn nicht nur war es erst am Vorabend 
von Allerheiligen desselben Jahres 1517, dass Luther zu 
allererst die 95 Sätze, besonders gegen den Diisbrauch des 
Ablasskraixies in WVittenberg öffentlich anschlng, sondern der 
Papst. selbst legte so wenig Gewicht auf diese Begebenheit, 
dass auf des Prierias Anschuldigungen gegen Dr. Martin 
Luther Leo X kalt antwortete: „dass Bruder Martin einen 
ilberaus schiiileil Geist habe, und dass jene Anklagen nur 
mönchisehei- Neid seien" (ehe Fra Martina aveva un bellissiixio 
ingegno, e chc coteste erano inxidie fratesche. Colomcssi 
(5111). cd. Fabric. p. 322). Eben so wenig Glauben verdient 
Pierre Dan (Tresor des merveilles de Fontainebleau. 1642), 
wenn er sagt: Clemens VII habe das Bild für Franz I ma- 
len lassen; denn Rafael starb früher, als jener Papst wilrde. 
Es scheint, dass man das Gemälde ilachlässig in Frankreich 
behandelte, denn es hat sich die Notiz einer Zahlung an 
Primaticcio gefunden, die schon ihm für die Herstellung 
des Bildes gemacht wurde. Im Jahr 1753 übertrug es Pi- 
cault der Filtert: auf Leinwand, und restaurirte es nochmals 
im Jahr 1776. Im Jahr 1800 wurde es von Picault dem 
Sohn abermals gereinigt, und zuletzt von Ilacquixi beson- 
ders von den gröbsten Übermaltnlgen befreit, so dass das 
ursprüngliche Bild wieder einigermassen zum Vorschein ge- 
kommen ist; aber begreiflich ist es, dass so häufige Bear- 
beitungen ihm nicht anders als ilachtheilig sein konnten. 
N gäupfersticlie: Nie. Beatrizetto, "Bartsch XV rp: 254. 
'  - von Elllelll Azwnyznevt franzosxschen Kuplersteclnwr
        

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