Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1515041
E072 
bis 
1500 
1504. 
21 
Krone aufs Haupt zu setzen. Vier kleinere Exigel umgeben 
diese Gruppe in zierlicher Stellung und musicireu auf Harfe, 
Tamburin und Geigen. Acht Cherubimköpfchen schweben 
über ihnen in rein blauer Luft, während zwei Engelknaben 
im Gewölke die heilige Handlung betrachten. Der untere 
Theil des Bildes zeigt das mit Bhunen gefüllte Grab der 
Maria von den Aposteln umstanden. In der Mitte zwischen 
Petrus und Paulus hält 'l'l1omas den Gürtel, welchen ihm 
die 11. Jungfrau zurückgelassen, und in dem jugendlichen 
Apostel links, welcher ein Buch hält, scheint Johannes (lar- 
gestellt; die übrigen Apostel sind nicht bestimmt bezeich- 
net. Den Hintergrund bildet eine schöne hügelige Gegend 
von klarer Färbung. Siehe I S. 67. 
Obgleich auch dieses Bild nochiin der Manier des 
Pietro Perugino behandelt ist, so leuchtet doch schon über- 
allder Rafaelische Genius durch; dieses sowohl in den be- 
wegtereu Gestalten und den feiner aufgefassten Charakteren 
der Perugiuischen 'l'ypen, als auch in einer nur dem Ra- 
fael Qigellllliimliehen Zierlichkeit der Engel. Ich habe schon 
l S. 67 angegeben, dass dieses Werk, für Maddalena degli 
Oddi gemalt, vor der Vertreibung dieser Familie aus Pe- 
rugia im Jahr 1503 müsse entstanden sein; hiezu kommt 
noch das Zeugniss des Cesare Crispolti (Perugiayaugusta 
descrita. Lib. I. Cap. 23. Perugia 1648 in kl.  welcher 
angibt, dass Rafael sich in dem Bilde, in der letzten Figur 
rechts, im Alter ivon 19 Jahren portraitirt habe. Also auch 
er verlegt die Eiltstelulngszeit in das Jahr 1502. Was aber 
seine Angabe in Beziehung auf das Bildniss Rafaefs anbe- 
langt, so unterliegt diese noch einigem Zweifel, da die 
Züge jenes Kopfes keiuesweges sehr individuell sind, und 
es gegen den Gebrauch der alten Meister wäre, in den Apo- 
stelgestalten Portraite anzubringen. 
Bis zum Jahr 1797 blieb diese Altartafel eine Zierde 
der Franciscanerkirche zu Perugia; dann aber wurde sie 
nach Paris gebracht, vom miirben Holz auf Leinwand über- 
tragen und im Musec Napoleon aufgestellt. DHSS bßi dic- 
SQP Operation und dem Reinigen das Bild etwas in den La- 
Sllfcn und sonst beschädigt wurde und hie 11ml da ausge-
        

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