Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1517703
Villa 
Rafuele. 
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Die Wände des gewölbten Zimmers sind durch männ- 
liche Ilernlen in verschiedene Felder getheilt, welche auf 
weissem Grund. grotteskenartige Ornamente und kleine Fi- 
guren zeigen. lm mittleren Feld befindet sich immer in 
einer Art leicht gebauter 'l'empel das Bild der Diana von 
Ephesxis. Geflügelte Genien treiben hier im Schutz der 
Dlutter Natur ihr Spiel mit kleinen Reitern, welche die 
von jenen dargereichten langen Wimpeln zu erhaschen stre- 
ben. In den Seitenbildern sieht man immer einen stolz auf 
dem Wasser einherzieheilden Schwan und auf der umgeben- 
den Grotteske ein paar Satyrn, welche fröhlich und voll 
Übermnth die Becken schlagen. Laubgewinde umgrenzen 
die Felder des Kreuzgewölbes, in welchen gleichfalls Ge- 
nien und Knaben auf den leichten Ornamenten scherzend 
spielen. Auf den zwei schmälern Feldern über den 
Fenstern sieht man die Figuren des Mercnr und der 
lklinerva, woraus man schliessen könnte, ein die Kunst lie- 
bender Kaufmann habe das Zimmer ansschmiickeli lassen. 
Auf den zwei Ilauptfeldern der Decke sehen wir ausser 
ähnlichen Umgebungen immer zwei Medaillons mit jugend- 
lichen Fraucnbildnissen. Das eine ist unbekleidet, das 
zweite hat die Brust halb bedeckt, das dritte ist eine schöne 
Römerin in weissem Kleid mit rother Stickerei, das vierte, 
gleichfalls bekleidet, ist im Profil gesehen. Dass diese Por- 
traite Itreundinnen des ehemaligen Besitzers des Hauses 
darstellen, ist sehr wahrscheinlich, allein irrig werden sie 
die Geliebten RafaePs genannt und sind als solchedvon G0- 
defroy und Aubert gestochen in dem „Recueil diestampes 
gravees (Yapres des peintures antiques, italiennes par 4A. B. 
Desnoyers dessixiees en 1818 et 1819. Paris 1821." Zwar 
befindet sich unter den acht weiblichen Bildnissen dieser 
Sammlung auch das der Geliebten Iiafaells im Palast Bar- 
berini, allein dieses mit noch drei andern sind den Fresco- 
bildern eines Zimmers der Villa Lante auf dem Janicolo 
entnommen, die bekanntlich Giulio Romano nach dem Tode 
RafaePs für Baldassare Turini erbaut und ausgeschmiickt 
hat. Doch wir kommen wieder auf die Frescobilder unse- 
res Zimmers zurück, um vor allen Dingen anzugeben, dass
        

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