Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1517573
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Rafkuerllsclze 
Tapeten 
In llla-vziua befanden sich in der Kirche S. Barbara 
zehnTapeten, welche nach den dortigen Localschriftstellern, 
als Bettelini (Lettere Mantuane) und Cadioli (Descrizione 
delle pitture, sculture ed architetture di Rflantua), in der 
von dem Ilerzog Federico in der Vorstadt S. Giorgio er- 
richteten Fabrik sind gewobeu worden. Bei Erneuerung 
besagter Kirche im Jahr 1783 kamen sie aber in den jetzie 
gen kaiserlichen Palast, wo sie mit niederländischen Tape- 
ten, Jagden vorstellend, in die Zimmer der Arazzi aufgehängt 
wurden. Es sind neun aus der Apostelgesehichte; statt der 
schmalen Tapete des Paulus im Gefängniss, ist hier die 
mit dem in den Limbus steigenden Christus. Diese 'l'apete hat 
unten eine sockelartige Verzierung mit allegorischen Figu- 
ren, die nach einer Zeichnung des Giulio Romano ausge- 
führt scheint. Die Schliisseliibergabe, die Bekehrung Pauli 
und Paulus in Athen begrenzen auf beiden Seiten pilaster- 
artige Arabesken, immer zwei gleiche zu jeder Seite, von 
denen zwei den Rafaelischen nachgebildet sind, auf welchen 
sich die Parzen und die theologischen Tugenden betinden; 
die dritte hat deren, welche von der Erfindung eines Schii- 
lers von Giulio Romano zu sein scheinen, und zeigen vier al- 
legorische Figuren: die Musik, die Geometrie, die Welt- 
kunde und die Arithmetik. Die Darstellung der Heilung 
des Lahmen hat zu den Seiten die Arabeske mit den vier 
Lebensaltern und den Tagszeiten, das Opfer in Lystra, 
die Arabeske mit dem Ilercules, welcher dem Atlas die 
Himmelskugel trägt, und eine von der Eründung eines 
Schülers des Giulio Romano, mit den Thaten des Hercu- 
les. Endlich hat die mit dem Tod des Ananias eine Ein- 
fassung mit verschiedenen Göttern. Die Tapeten sind weit 
besser erhalten als die im Vatican, waren aber ursprüug- 
lieh nicht so prachtvoll, da sie nicht mit Gold durehwükt 
sind.  
Auch zu Urbino war, wie Pungileoni h. 173 versi- 
chert und später genauer anzugeben verspricht, ein guter 
Teppighwirker (Arazzista) aus Mailand, den der Herzog 
Francesco Maria noch zu den Zeiten RafaePs reichlich be- 
lohnt habe. Vielleicht kamen aus dieser Fabrik die Tape-
        

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