Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1517548
Allegorisclzc 
Darstellung. 
271 
Links sitzt die Justitia, rechts die Charitas. Unten in ei- 
ner Landschaft sind zwei Löwen, jeder eine Fahne haltend, 
auf welcher der päpstliche Baldachin und die Schlüssel ab- 
gebildet sind. Bei der Glaskugel steht das Motto "Candor 
illaesus", und in der untern Arabeskc ist das Medicäische 
Wappen sichtbar. Da nun obigen Sinnspruch Clemens VII, 
als er Cardinal war, unter Iladrian Vl annahm, diese Ta- 
pete auch mit demselben Rand wie die zwölf Darstellungen 
aus dem Leben Christi versehen ist und genau dieselbe 
Höhe wie diese hat, so geht unbezweifclt hervor, dass sie 
zu jener lteihefolge gehört, und dass alle erst unter der 
Regierung jenes Papstes nach Rom gelangten. Die Com- 
position dieser Darstellung ist nicht ausgezeichnet, sondern 
etwas zerstreut und ohne Zusammenhang in den Linien, ge- 
hört aber einem Schüler RafaeYs an. Unten in der Ara- 
beske ist eine 'l'ai'el mit folgender Angabe eingewoben: 
rivs. snxrvs. roxr. MAX. RESTIT. cvn. AXNO. 110m". STI. x11. 
(1786), und in dem obern Rand und neben sieht man vier- 
mal dessen Wappen. Nach dieser Notiz dürfte anzunehä 
men sein, dass unter Pius VI überhaupt die 'l'apeten wie- 
derhergestellt worden sind. 
P. Jlfarcheiti in Rom beabsichtigte siinnntliche Tapeten in 
Umrissen und etwas schattirt herauszugeben und hatte schon 
durch Dellarocca 1827 die Heilung des Lahmen, durch Banzu 
1833 die Anbetung der Könige und durch Persiciiini 1833 
die Darbringung im Tempel radiren lassen. Indessen habe 
ich vom weitern Fortgang des Werkes nichts erfahren. In 
London erschien 1838 „The book of the Cartoons", wel- 
ches 20 Stiche von Sommerau nebst erklärendem Text von 
Cattermole in 8. enthält. 
 
Tapeten mit Kinderspielen. 
Öfters werden dem Rafael fünf Tapeten mit Kinder- 
spielen zugeschrieben, da der Meister mit dem Würfel sie 
als Erfindungen desselben gestochen hat. Vasari im Leben 
des Giovanni da. Udine IX p. 33 schreibt dagegen vier 
derselben dem letztern zu, indem er sagt: .„l)ipinse Giq-
        

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