Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1517457
262 
Die 
Tapeten 
auch die Angabe von ein Paar Copien nach ihr. Holzschnitt 
in Helldunkel NDB. 1544 gezeichnet  Bartsch XII p. 
33. N. 7.  Gest. von August Hirsclwogel, 1545. Bartsch 
IX p. 171. N. 2. Es ist eigen, dass schon in diesen bei- 
den Blättern die Trennung der Composition in drei Theile durch 
drei zusammengefügte Platten angedeutet ist, so dass man zu- 
weilen Abdriicke von nur zwei Drittheilen der ganzen Compo- 
sition trifft. In nachstehenden Angaben ist, von der "Linken 
zur Rechten gehend, die Anordnung in der Originalzeichnung 
RafaePs beibehalten. 
A. Links im Vordergrund ergreift ein sich biickender 
Scherge das Bein eines Knaben, welchen eine zur Erde 
gefallene Mutter gegen den Dolch des Mörders schützt. 
Hinter ihr stösst ein bärtiger Mann einem Knaben den 
Dolch in die Kehle und weiter hinten ergreifen ZWCi Män- 
ner drei fliehende Mütter mit ihren Knaben. Diese Greuel- 
thaten ereignen sich nahe bei einem prachtvollen, mit Säu- 
len und Nischen geschmückten Gebäude; im Hintergrund 
sieht man eine Rotonda gleich dem Pantheon. 
Kupferstiche: 11T. A. Corneillc, 'brave Radirung ohne 
Namen, si vendono in Roma vicino al oroggio della chiesa 
nuova. fol.  Seb. Vouilleznozzt 1641. gr. fol.  Angelus Cam- 
panella. kl. fol.  Pomp. Lapi 1783. fol.  III. Sarello ra- 
dirt.  Louis Sommerau N. 2. 1779. radirt. fol.  Landon 
N. 127.  Nach einer Zeichnung im ehemaligen Cabinet von 
Praun in Nürnberg, von I. Tle. Prestel 1776, in Aqua tinta. 
kl. fol. Gegenseite.  Der Kopf der Mutter im Profil ge- 
sehen, radirt von Jarob Frey, 12. 
Ein grosses Fragment des Cartons zu dieser Tapete sah 
ich in London bei dem nun verstorbenen Secretair der Aka- 
demie Prince Haare; es ist der ganze untere Theil, der aber 
schon zu Richardson's Zeiten 2) ganz mit Ölfarben übergangen 
war, so dass ich nur an einigen wenigen unberührt gebliebe- 
nen Stellen erkennen konnte, dass es wirklich der Carton aus 
RafaeYs Schule sei. YVas nun die Anekdote anbelangt, welche 
1) Zani V P. II p. 378 vermuthet, dass dieser Holzschnitt von 
Nie. Ioldrini sei. Heinecke, Nachrichten etc. II p. 390 irrt, wenn 
er ihn dem Nicola Vicentini zusvhreibt, da dieser sich nicht auf 
obige Weise zu bezeichnen pflegte. 
Siehe 
Traitä de In. 
III 
peinture 
459.
        

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