Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1517436
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Die 
Tapeten 
zweite 
Rafaelische Tapeten, 
Reihefolge mit Darstellungen aus dem 
Leben 
Christi. 
Die zwölf 'l'apeten mit Darstellungen aus dem Leben 
Christi und einer mit allegorischen Figuren sind ein Ge- 
schenk König Franz I von Frankreich bei Gelegenheit der 
Ileiligsprechung des Franciscus de Paula, wie dieses Can- 
cellieri nach einer Nachricht in dem Magazin Encyclope- 
diquean III. 1797. Tom III p, 379 berichtet, und schon 
früher von P. Isidoro Toscana Vita di S. Francesco di Paola, 
Roma 1731, folgendermassen angegeben ist: „Auf den Tag, 
an welchem man in Rom die Canonisatiozi des heiligen Fran- 
cesco di Paolo feierte, wurde die Peterskirche mit reichen 
Tapeten mit Seide und Gold (lurchwirkt ausgeschrniickt; 
darauf sind die Werke und Mysterien unsers IIerrn Jesn 
Christi mit grosser Kunst und Pracht gearbeitet, so dass 
man sie für die köstlichste Sache hält, die man in Europa 
besitzt." Die Heiligsprechung geschah am 1. Mai 1519 
unter Leo X; dass aber damals diese 'I'apeten noch nicht 
nach Rom kamen, dafür sprechen verschiedene Gründe: 
erstlich zeigen die Compositionen, dass sie nicht unter Ra- 
fael's Leitung ausgeführt wurden; zweitens werden diese 
Tapeten von Paolo Giovio im Leben Leo X nicht bei Gele- 
genheit der Beschreibung der ersten Reihefolge aus der 
Apostelgeschichte genannt; endlich enthält die Tapete mit 
den allegorischen Figuren das Motto: „Candor illaesus", 
welches Giulio de' Medici erst unter Papst Hadrian VI an- 
uahm. Siehe P. Giovio Dialoge delle Imprese etc. p. 52. 
Es ist daher anzunehmen, dass König Franz I bei Gelegen- 
heit jener I-Ieiligsprechung, die er sehr eifrig betrieb, das 
Geschenk der Tapeten versprach und von Rafael Cartons 
dazu verlangen liess. Dass dieser Entwürfe dazu machte, 
bezeugen noch einige sich erhaltene Zeichnungen, indessen 
scheint es, dass er selbst damit noch Sehr im Rückstand 
war, als er nach Verlauf von weniger als einem Jahre starb. 
Giulio Romano und andere Schüler Rafaefs übernahmen 
nun den Auftrag für die Cartons, wie sich dieses deutlich 
an mehreren Compositionen erkennen lässt, und wie ich es
        

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