Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1517188
Die 
Tapeten. 
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Der geheime Legationsrath Dr. Karl Bunsen (in der 
Beschreibung der Stadt Rom II S. 408) war der Erste, 
welcher darauf aufmerksam gemacht, in welcher Folge die 
'I'apeten ehedem in der Capelle Sixtina aufgehängt waren. 
Er zeigt, dass sie genau in die zehn Räume passen, welche 
durch die Pfeilerabtheilungen im Presbyterium gebildet wer- 
den; nämlich fünf zu jeder Seite, von der Ielinterwand ne- 
ben dem Altar anfangend (auf welcher sich jetzt das jüng- 
ste Gericht des Michel Angelo befindet), bis an das den 
vordem Raum abschliesseilde Gitter. Da nun auf der Seite 
links der Thron des Papstes steht, so musste nothwendiger 
Weise eine etwas schmalere Tapete ihm zur Seite kommen, 
und diesem Raum entspricht genau diejenige mit der Stei- 
nigung Stephani. Hierdurch scheint zwar dieehronologische 
Reihefolge, auf die nicht verzichtet werden darf, gestört, 
stellt sich aber vollkommen her, wenn der 'l'hron hier als 
Mittelpunct genommen wird, wo alsdann zu dessen Seite 
nach dem Altar zu der wundervolle Fischzug und die Über- 
gabe der Schlüssel zu hängen kommen, auf der andern da- 
gegen die Steinigung Stephani, die Heilung des Lahmen 
und der Tod des Ananias. Gegenüber auf der Seite rechts, 
nimmt der Sängerchor den grössern Theil des Feldes ein, 
und hierher gehört nun die schmale Tapete mit Paulus im 
Gefängniss zu Philippi, obgleich sie, nach der chronologi- 
schen Ordnung dieser fünf Darstellungen aus dem Leben 
Panli, die vierte sein sollte, da sich der Apostel erst nach 
dem Aufenthalt in Macedonien nach Athen begab; allein 
jene Darstellung eignete sich besser für den schmalen Raum 
und so erlaubte sich der Künstler diese Abweichung von 
der sonst befolgten chronologischen Ordnung. Durch die 
Annahme dieser Anordnung kommen auch die Sockelbilder 
in die gehörige Folge: diejenigen unter dßll letztgenannten 
Tapeten mit weitern Darstellungen aus dem Leben des Hei- 
denapostels, und gewissermassen eine vollständige Darstel- 
lung dieses Theils der Apostelgeschichte, bieten keine 
Schwierigkeiten dar, dagegen erklärt sich nur durch oben 
angegebene Anordnung der ersten fünf Tapeten die Folge 
der Sockelbilder aus dem Leben Leo X bis zu seiner
        

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