Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514955
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Gclnälcle 
7. Cruciiix und vier Heilige. 
Auf Holz. Hoch 10 Palm, breit 5. 
Sehr erhöht ist das Kreuz, an welches der Heiland 
mit drei Nägeln angeheftet ist. Ihm zu den Seiten schwe- 
ben zwei kleine Engel, welche das aus seinen Wunden 
fliessende Blut in zierliche Gefzisse auffassen. Am Fuss 
des Kreuzes steht links die trauernde Dlutter Gottes und 
vor ihr kniet der h. Hieronymus, seine Brust mit einem 
Steine schlagend. Gegenüber rechts steht der jugendliche 
Johannes und vor ihm kniet mit sehnsüchtig aufgerichtetem 
Blick Maria Magdalena. Den Ilintergrund bildet eine sanft 
hügeliche Landschaft in der Art des Perugino, und am Him- 
mel stehen Sonne und Mond. Am Stamm des Kreuzes liest 
man in goldnen Buchstaben: RAPl-IAEL. vmnNAs. r. 
Rafael malte diese Altartafel für die Capelle der Fa- 
milie Gavri oder Gavari in der Dominicanerkirche zu Citta 
di Castello und wie es scheint zu derselben Zeit wie vorher 
genannte Bilder, ums Jahr 1500. Hier blieb es, seiner Be- 
stimmung nach, an dreihundert Jahre, bis dass es von ei_ 
nem Franzosen um 4000 Scudi nebst einer schlechten Co- 
pie, die nun die Stelle des Originals einnimmt, erstanden 
wurde. Dieses ziert jetzt die reiche Gallerie des Curzlinals 
F esck in Rom. Die im Ganzen wohl erhaltene Tafel ist, 
wie ich schon im Theil I S. 62 angegeben, nach Vorbil- 
dern des Perugino und- so sehr in dessen Manier ausge- 
führt, dass nur mehrere gezeichnete und schwach mo- 
dellirte Theile den noch sehr jungen Schüler, dagegen der 
Ausdruck einzelner Köpfe, besonders der der Magdalena 
den höhern Genius Raiaefs" verrathen. Im allgemeinen steht 
es weit hinter der Krönung Mariä und dem Sposalizio, da- 
her ich denn auch überzeugt bin, dass, wenn IIr. von Ru- 
mohr in den Italienischen Forschungen III S. 36 die Ent- 
stehung dieses Bildes ins Jahr 1504 setzt, er nur aus ei- 
ner dunkeln Erinnerung nrlheilte, aber im Angesicht des 
Bildes eine solche Behauptung nicht wagen wvürde. 
Von dem Gemälde, welches noch niemals gestochen wurde, 
ach?! ich auf Tafel VI eine Abbildung, von Lud. Gruner ge- 
SOC eIl.
        

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