Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516880
des 
Va ticmz. 
205 
Auffassung und Behandlung des Gegenstandes keine Ver- 
schiedenheit der Individualität hervortreten konnte. Wahr- 
haft bewundrungswürrlig sind die meisten dieser biblischen 
Darstellungen, da sie, alles Überflüssige vermeidend, in 
grossen, einfachen Zügcn die Begebenheiten sprechend und 
auf eine historisch ideale Weise vor Augen führen. So 
erfreut auch im höchsten Grade die Fülle der Gestalten und 
der Gruppen, die schöne Anlage der Gewänder und die hei- 
tere Wirkung der öfters schillernden Farben, {welche mit 
dem Reichthum der sie umgebenden Ornamente in einer für 
den Sinn überaus befriedigenden Harmonie stehen. Ist in 
der Ausführung auch nicht jedes Bild gleich vortrefflich, so 
gibt das Ganze doch einen glänzenden Beweis der hohen Aus- 
bildung der Kunst und des feinen Geschmacks, welche das 
Zeitalter Leo's X verherrlichten. 
Die Ausführung der Ornamente in Farben und in Stuck 
übergab liafael dem Giovanni da Udine, der hierfür beson- 
dere Talente und Erfahrungen hesass, indem er nicht nur 
für die Gegenstände der Natur eine grosse Neigung hatte 
und sie aufs anmuthigste darzustellen wusste, sondern nach 
vielen Versuchen war er auch dahin gekommen, durch eine 
Mischung von gestossenem Marmor und Kalk einen Stuck 
zu bereiten, der an Feinheit, Härte und Wcisse den anti- 
ken Vorbildern vollkommen gleich kommt. Dass Rafael in- 
dessen die allgemeinen Dispositionen und selbst häufig die 
Einzelheiten seinem Schüler vorgezeichnet, habe" ich "schon 
zu beweisen gesucht, obgleich auch anzunehmen ist, dass 
Giovanni da Udine vieles frei behandelte, namentlich die 
auf das 'l'hierreich bezüglichen Pilastervrerzierungen, wobei 
ihm seine früher gemachten Studien sehr zu statten kamen. 
Perino del Vaga war ilnnals Gehülfe beigegeben und Va- 
sari schreibt ihm namentlich die 12 Soßkelbilder in gelber 
Metallfarbe zu. Leider haben diese, so wie überhaupt alle 
untere Malereien durch die Rohheit, mit welcher man Na- 
men in dieselben einkratzte, so sehr gelitten, dass sie jetzt; 
nur noch durch ältere Stiche von Pietro Santi Bartoli be- 
lfanllt Sind. Bevor wir zur Beschreibung der einzelnen Bilder 
"hergehen, stehe hier das Verzeichniss der Kupferwerke,
        

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