Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516875
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Die 
Loggien 
gab, dieses hat schon Platner in der Beschreibung der Stadt 
Rom ll" p. 303-305 zur Genüge ilargethan  und auch 
zugleich gezeigt, dass die von Vitruv verschriene Ausartung 
der sinnlosen Grotteskenverzierungen keinesweges auf Ra- 
faePs Behandlungsweise derselben könne bezogen werden, 
indem sie bei ihm stets Ilauptbilder umgeben und meistens 
eine gewisse Beziehung auf dieselben haben, wie ich die- 
ses im ersten Theil S. 967 näher zu zeigen bemüht war.- 
Rafael machte zu den Bildern mlr kleine, leicht in Se- 
pia ausgeführte Skizzen und überliess die weitere Ausfüh- 
rung seinen Schülern unter der Leitung des Giulio Romanm 
Von diesem wurden wohl sämmtlichc Cartons zu den Bib- 
dern aufgezeichnet und wie zur Probeund zum Vorbild 
die erste Kuppel auch ausgemalt; dieses erkennt man jetzt 
noch mit grosser Bestimmtheit an der ihm eigenthümlichen 
Behandlungsweise in den vier ersten Bildern; dagegen ha- 
ben wir nur sich widersprechende Nachrichten über die 
Ausführung der übrigen: Vasari nennt Francesco Penni, 
Pellegrino da Modena, Bartolomeo da Bagnacavallo, Vin- 
cenzo da S. Geminiano, Polidoro da Caravaggio und Pe- 
rino del Vaga, denen Titti, in seiner Pittura etc. di ltoma 
1674 p. 427, noch den Gaudenzio Ferrari, und 'l'aja, in 
seiner Descrizione etc. 1750., den Rafaello del Celle hin- 
zufügen; allein wir sind bis jetzt noch ohne historische Be- 
lege über den Antheil, den ein jeder dieser Künstler an der 
Ausschmückung der Loggien gehabt hat, und da selbst Va- 
sari in seinen Angaben unsicher und sich widersprechend 
ist, sich augenscheinlich öfters geirrt hat, so scheint es 
mir gegenwärtig ganz unmöglich darüber ins Reine zu kom- 
men; und dieses um so mehr, da bei der zwar grossen 
Ungleichheit der Malereien unter sich, der Ialauptsache nach 
doch durch alle Rafaefs Genius durchleuchtet, und in der 
1) Vergleiche auch: Le antiche camere delle Terme di Tito, e 
le loro pitture restituite al publiCO, 481-, illc. e dip. descritteda 
Gius. Carletti. Roma 1776. in fol. Es ist aber zu bemerken, dass 
die Zeichnung der Figuren in den Stichen viel ausgebildeter und 
vollendeter ist, als in den mehr decorationsmässig behandelten Ori- 
ginalen,
        

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