Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516753
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Die 
Krönung 
Karfs 
des neuen römischen Kaisers, welche ein kniender Krieger 
anweist vor den 'l'hron des Papstes uiederziulegen. Durch 
solche Episoden suchte Rafael das Einförmige einer lüipsts 
liehen Function zu beleben und der Darstellung mehr Man- 
nigfaltigkeit zu geben. Aus derselben Ursache hat er wohl 
auch die Ansicht seines Gegenstandes von der Diagonale 
genommen, obgleich hierdurch etwas Verschobenes in die 
Composition kam und die für grössere Wandgemälde so 
wohlthätige architektonische Symmetrie, die bisher Rafael 
mit so viel Vortheil angewendet, ganz verloren ging. Der 
Hintergrund, eine schöne Architektur dorischer Ordnung, 
zeigt vermuthlich das lnnere der Peterskirche, wie Rafael 
sie zu bauen beabsichtigte. Obgleich das Bild durch die 
Herstellung, welche es erlitten, ein etwas triibes Ansehn 
erhalten hat, so zeigen doch noch viele Köpfe, besonders 
unter den Bischöfen eine so lebendige und meisterhafte Be- 
handlung, dass Ilafaelis Hand in ihnen nicht zu verkennen 
ist. Pietro Bembo in einem Brief vom 19. Juli 1517 an 
den Cardinal Bernardo da Bibiena schrieb, dieses Bild be- 
trelfcnd; „Und die Zimmer uusers IIerrn (des Papstes), 
welche Rafael gemalt hat, sind überaus schön, sowohl we- 
gen der ausgezeichneten und vortrefflichen Malereien, als 
auch wegen der vielen Cardinäle, womit er sie fast immer 
ausgeschmückt." Unter den letztern nennt Vasari Gian- 
nozzo Pandollino, Bischof von Troja, für welchen Rafael 
den Plan zu einem Palast in der Strasse S. Gallo zu Flo- 
renz gemacht hatte. Obgleich jetzt nicht mit Bestimmtheit 
angegeben werden kann, welches dessen Bildniss unter den. 
vielen Bischöfen darstellt, so scheint es doch der erste sich 
umsehende in der vordern Reihe zu sein. Siehe I S. 260. 
Kupferätiche nach 
gr. Blatt für seine Picturae- 
fol.  Landon N. 351- 
dem Gemälde: Franc. Aquila. 
 Aloysio Fabri "sc. Rom. gr. quer 
Entwürfe 
Zll 
dem 
Gemälde. 
a) Studium zu Gewändern von acht sitzenden Bi- 
schöfen, und auf der Rückseite nochmals eins zu einem 
sitzenden Bischof und zwei stehenden Diaconen, sehr schön in
        

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