Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516706
Graf Castiglioale. 
187 
HIITTIIS in kV-ien, hat aber nicht das Geringste, was an 
Rafael erinnert, sondern scheint von einem italienisirten 
Niederländer des lß. Jahrhunderts. Maria und Joseph 
knien anbetend vor dem zur Erde liegenden Christkind. 
Links steht in männlichem Alter Johannes der 'l'änfer, rechts 
der Apostel Paulus, Im Plintergrlind sieht man drei Hir- 
ten, denen ein Engei die Geburt Christi verkündet. Am 
Horizont zeigt sich die Morgenröthe. 
120. 
Portrait 
des Grafen Baldassare Castiglione. 
Geb. 1473 J; 1529. 
Auf Leinwand. 
Hoch 29" 
Halbe Figur, fast von vorn gesehen, etwas links gewendet. 
Unter den starken Augenbraunen leuchten die blauen Au- 
gen offen und freundlich hervor; in der schönen Stirne er- 
kennt man den Sitz eines durch Studien gebildeten Ver- 
standes; den Ernst des männlich starken Bartes mildert der 
volle, aber fein gebildete Mund, der das liebenswürdigste 
Wohlwollen ausspricht. Die ineinandergelegten Hände, wie 
bei freundschaftlichem Gespräche sich reibend, sind nur 
zur Hälfte gesehen. Den Kopf bedeckt ein Barett mit brei- 
tem, geschlitztem Rande, und die Brust bis an den Hals 
ein weites Hemd. Das schwarze Kleid bedeckt ein brauner 
Brustlatz und weite Oberärmel von einem rauhen, faserigen 
Gewebe. Dieses ansprechende Bild des uns schon bekann- 
ten Verfassers des Cortegiano, der ein eben so ausgezeich- 
neter Krieger, Diplomat und Gelehrter, als ein liebenswür- 
diger, hülfreicher und treuer Freund war, hat Rafael hier 
überaus lebendig und, wie von Liebe begeisterta mit grosser 
Meisterschaft ausgeiührt. Siehe I S. 208. 
Die älteste Nachricht über dieses Pßftfüit enthält ein 
Brief des Pietro Bembo an den- Cardinal Divizio da Bibiena 
vom 19. April 1816, der schon im erstßll Thßil S. 284 
mitgetheilt wurde. Fast gleichzeitig hat illllßSSßll der Graf 
Castiglione selbst sein Bildniss verewigt; nämlich durch ein 
lateinisches Gedicht, welches er seine liebenswürdige G9- 
mahlin Ilippolyta Torelli sagen lässt, als er, erst seit
        

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