Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516648
heilige 
Die 
(Jiicilia. 
181 
entschiedene Gegensätze bilden; aber sie sind durch die 
zärtesteu Übergänge gemildert; auch treffen wir überall den 
Ilaxiptmassen entsprechende Farben, die verbindend wirken 
So z, B. ist das glänzend gelbe Kleid der h. Cäcilia durch 
grüne Ornamente gemildert, und findet in dem goldstofiiien 
Priesterkleid des h. Augustinus, in den blonden IIaareu des 
Johannes und den bräunlichen und gelblichen Tönen der In- 
strumente und des Erdreichs entsprechende und verbindende 
Färbungen. Die bläulichen Silbertöne der Orgel bilden ei- 
nen wohlthnenden Übergang zu den blauen und violetten 
Massen von Uagdalenexis Kleidung und stimmen mit der 
Bläue des Himmels und dem Schwerte des Paulus. Dessen 
schwarzes Ilaupthaar findet ein entsprechendes Schwarz im 
Adler des Johannes", und so liesse sich bis aufs Letzte die 
wundervolle Harmonie und Verbindung der Farben in die- 
sem Bilde nachweisen; hier möge es geilügeil darauf auf- 
merksam gemacht zu haben. Ilinsichllich der Carnatiou, 
so ist sie nach den Charakteren verschiedenartig und ihnen 
entsprechend gehalten, daher mehr idealisch, als in den 
(rinzelnen Tönen dem Wirklichen genannachgefarbt, was Ra- 
fael überhaupt nur bei Portraiten, und da selbst mit Vor- 
walten des Localtons zu thun pflegte. Der Auftrag der 
Farben ist breit, aber mit grosser Sorgfalt behandelt; die- 
ses ist auch der Fall bei den Musikinstrumenten, welche, 
wie uns Vasari berichtet, durch Giovanni da Udine ausge- 
führt sindm Da dieser erst nach dem im Jahr 1511 erfolg- 
ten Tod des Giorgione nach Rom zu Rafael kam, so er- 
gibt sich schon hieraus die Unrichtigkeit der Angabe der- 
jenigen, welche das Gemälde im Jahr 1510 ausgeführt glau- 
ben  vielmehr glaube ich es selbst erst einige Jahre nach 
der um 1513 erfolgten Bestellung durch Lorenzo Pucci, 
Cardinal von S. S. Quattro, vollendet. Hierdurch fände 
sich auch 'die Angabe des Vasari bestätigt, daSSlFrancesco 
1) Diese Annahme beruht auf einer lateinischen lnschrift in 
der Capelle der h. Cäcilia in S. GlOVülllll in Monte bei Bologna, 
worin das Jahr 1510 als das der Stiftung angegeben wird. Allein 
da dieses Documenta erst vom Jahr 1695 stammt, so dürfte zufolge 
anderer Angaben auch hier ein Irrlhuxu vorgefallen sein.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.