Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516597
176 
Genzälzle 
Q3072 
1513 
bis 
1515. 
in der Sacristei der Kirche S. Lorenzo zu Florenz ist eins 
der herrlichsten Werke von Michel Angele. 
Durch Vasari wissen wir, dass Rafael sowohl des Gin- 
liano, als auch des Lorenzo Bildniss malte; er rühmt an 
ihnen das vorzügliche Colorit und sagt, dass sie sich zu 
seiner Zeit bei den Erben des Ottaviano de' Medici befän- 
den. Wohin sie seitdem gekommen, darüber schweigen alle 
Nachrichten; nur soviel habe ich erfahren, dass ein ganz 
ähnliches Bild wie nachfolgend beschriebene Copie, vor ei- 
nigen Jahren aus dem Hause Gaetano Capponi in Florenz 
an einen Ausländer verkauft wurde. Jene Copie nach Ra- 
facPs Portrait des Giuliano, in derFlormatiner Galleric be- 
findlich, wird im Inventarium der Kilnstgegenstände in-der 
Tribune von 1635 dem Vasari, jetzt aber, wie mir scheint, 
mit mehr Recht dem Alessandro Allori zugeschrieben. Es 
ist ein Brustbild, fast von vorn gesehen, etwas links ge- 
wendet. Die Medieäischen Familienzüge sind unverkennbar. 
Giuliano trägt einen kurzen Bart; sein Haar, in ein gelbes 
Netz gebunden, bedeckt ein schwarzes Barett mit drei gold- 
nen Spangen und einem angehcftetexz Zettel; der Hals ist 
bloss; über eine scharlachrothe Weste und ein schwarzes 
Kleid trägt er ein weites Oberkleid von grauem Damast mit 
braunem Pelz besetzt. Seine Rechte, die sich auf die Linke 
stützt, hält ein zusammengelegtes Blatt Papier. Der Hin- 
tergrund ist grün. Beiliegend gebe ich auf Tafel VII eine 
von Luclzcig Grauer gestochene Abbildung des Portraits, 
mit dem Wunsche, dass sie zur Auflindung des Originals 
Veranlassung geben möchte. 
Rafael hatte zu zwei verschiedenen Zeiten Gelegenheit, 
des Giudiano Bildniss zu malen: Einmal als er im Jahr 1513 
seinen Bruder, den Papst Leo X, in Rom besuchte und un- 
ter grossen Feierlichkeiten in die Rechte eines römischen 
Bürgers aufgenommen wurde; dann im Jahr.l514, als er 
sich mit seinem Neffen Lorenzo daselbst befand. Von Leo- 
nardo da Vinci haben wir folgende Notiz, die sich auf dem 
ersten Blatt des Codex X befindet „der herrliche (il 
magnilico, wie man ihn zu nennen pflegte) Giuliano de' Me- 
dici reiste am 9. Januar 1515 bei 'l'agesanbruch von Rom
        

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