Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516577
l 74 
Gemälde 
U07! 
1513 
bis 
1515. 
rakter der Zeichnung nach zu urtheilen, nicht früher als um 
diese Zeit entstanden und die von Pungileoni p. 104 beige- 
brachten Beweisgründe, dass das Bild schon im Jahr 
1511 ausgeführt war, sind vielmehr ein Beweis dagegen. 
Er gibt nämlich Auszüge ans zwei Gedichten, das eine von 
Aegidius Gallus vom Jahr 1511, das andere von Blosio 
Palladio von 1512, worin diese Freunde des Agostino Chigi 
die Malereien in seinem Hause besingen; sie erwähnen in 
denselben aber nur der Juno, der Venus und anderer Gott- 
heiten, nie aber der Galathea; daher unzweifelhaft ihre 
Beschreibung sich auf die Deckenbilder des Saales, von 
Baldassare Peruzzi, die Mythe der Medusa und anderer 
Gottheiten darstellend, bezieht. Denn dass die Galathea 
eigentlich die Amphitrite nach der Schilderung des Apule- 
jus darstelle, wie in der Schrift des Markgrafen Hans von 
Würzburg: Alcune riflessioni d'un Oltramontano sn la cre- 
duta Galatea di Raffael d'Urbin0. Palermo 1816, angegeben 
wird, dagegen streitet die Benennung von Rafael selbst, so 
einleuchtend auch sonst die angegebenen Gründe erschei- 
nen. Eben so irrig ist die Annahme desselben Schriftstel- 
lers, als falle die Entstehung unseres Gemäldes nach Vollen- 
dung der Deckenbilder mit der Fabel der Psyche und des 
Amor in demselben Hause. Was indessen die Meinung an- 
belangt, dass wie letztere Darstellungen die himmlischen 
Begebenheiten, so in unserm Bilde ein neuer Cyclns von 
Rafael begonnen worden sei, worin er die tellnrischen Be- 
gebenheiten der Fabel habe zusammenfassen wollen, so hat 
diese Ansicht viel Anziehendes und erscheint um so wahr- 
scheinlicher, als es sicher Rafaefs Absicht nicht sein konnte, 
nur ein vereinzeltes Bild in dem in mehrere Felder einge- 
theilten Saal auszuführen. Indessen könnte man auch die 
Vermuthung unterstützen, dass, da die Darstellung der Ga- 
lathea der Erzählung des Philostrat vom Cyclopen entlehnt 
ist, Rafael vielleicht eine Folge der von jenem Schriftstel- 
ler erwähnten Gegenstände auf die Wände des Saales habe 
ausführen wollen. 
Kup f erstiche nach der Galathea: Von Marc Antonio, 
Bartsch XIV N. 350, wo auch zwei Copien angegeben sind. 
        

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