Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516514
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1513 
Gemälde von 
bis 
1515. 
des Timoteo Viti Anwesenheit in R0m' und seine Arbeit mit 
Rafael in das Jahr 1514 fallen. Auch hatte Rafael bereits 
am 1. August dieses Jallrs das Zimmer des Heliodor voll- 
endet, wie dieses sich aus der Restzahlung von lOO Duca- 
ten ergibt, die ihm für das Zimmer gemacht wurde; es 
blieb ihm daher noch volle Zeit, nachdem Timoteo Viti den 
obern Theil mit den Propheten gemalt hatte, nun den un- 
tern mit den Sibyllen in demselben Jahr auszuführen. Dass 
indessen die weitere Vollendung der Capelle Chigi in S. Ma- 
ria della Pace erst weit später fällt, erhellt aus dem Te- 
stament des Agostino Chigi vom 18. August 1519, worin 
er folgende Verfügung trifft: „Item voluit, quod capella 
sita in ecclesia sanctae Mariae de Pace per dictum testato- 
rem similiter incoepta, sumptibils ipsius testatoris perlicia- 
tur, et illi dentur quadraginta ducati de redditu singulis 
annis." Die Capelle wurde jedoch noch in demselben Jahr 
von ihm selbst vollendet, da er erst am lO. April 1520 starb. 
Dieses bezeugt die noch vorhandene Inschrift, nach welcher 
sie im Jahr 1519 eingeweiht wurde. Sie lautet wie folgt: 
AVGVSTINVS. CHISIVS. SACELLVM. RAPH. vmun. PRAECIPVO. SI- 
BYLLAR. OPERE. EXORNATVM. n. n. M. AU. VJRGINI. MATRI. m-  
CAVIT. A. Mnxlx. EIDEM. ANNVA. SCVTA. i LEGAVIT    
Das Frescogemälde unter den Propheten, über dem 
Bogen des Eingangs zur Capelle, enthält vier Sibyllen und 
sieben Engel. Links sitzt die Cumäische Sibylle mit aufge- 
hobener Rechten eine Pergamentrolle haltend, welche der 
über ihr schwebende Engel öffnet. Sie enthält in griechi- 
scher Sprache den Spruch: „Die Wiederauferstehung 
der T0 dten. " Dieser zur Seite sitzt auf den Bogen ge- 
lehnt die Persische Sibylle und verzeichnet auf eine ihr 
von einem, Engel dargereichte Tafel den Spruch: „Er 
wird habendas Schicksal des Todes." Ein kleiner 
Engel, eine Fackel auf der Achsel tragend, kniet über dem 
Schlussstein. Auf der Seite rechts, ihm zunächst sitzt ein 
Engel, welcher auf eine von ihm gehaltene Tafel zeigt, mit 
der Inschrift: „Der Himmel umschliesst der Erde 
Gefäss." lNach dieser blicken die beiden Sibyllen rechts, 
von denen die junge Phrygisehe sich stehend an den Bo-
        

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