Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516410
158 
Messe 
Die 
15071. 
Bolsezza. 
sein des Papstes Urban IV das Messopfer zu Bolsena ver- 
richtet, wo sich das Wunder soll ereignet haben, welches 
Anlass zum Frohnleiclnlamfest gegeben. Links das er- 
staunte Volk, rechts die Sesselträger des Papstes. Die aus- 
führliche Beschreibung ist im ersten Theil S. 196 zu erse- 
hen, wo ich auch das Wichtigste über die meister- 
hafte Ausführung der Malerei mitgetheilt habe; indessen 
füge ich hier noch folgendes bei: die Meisterschaft in der 
Behandlung des Frescomalens zeigt sich bei dem gründlich- 
sten Studium auch noch dadurch, dass hier kein Strich um- 
sonst ist, alle sind bedeutend und nach der Verschieden- 
heit der Gegenstände, die sie vorstellen wollen, besonders 
gehandhabt, wozu die portraitartig behandelten Stoffe, als 
Sammt, 'I'ressen, Weisszeug der Chorhemden n. a. m. eige- 
nen Anlass gaben. Alles dieses ist mit einer Leichtigkeit, 
mit einer aus Wissen und Können entstandenen Verwegen- 
heit ausgeführt und in ein so harmonisches Ganze ge- 
bracht, dass auch hierdurch Rafael über allen Vergleich den 
ersten Rang in der Kunst der Frescomalerei erworben hat. 
Unten an dem Fensterarchitrav steht die Inschrift: 
JVLIVS. u. LIGVR. PONT. MAX. ANN. CHRIST. MDXII. PONTIFICAT. 
svI. vnn. 
Kupferstiche: Von Franc. Aquila für seine Picturae 
etc. gr. Blatt.  Paolo Eälanza. quer fol.  Raph. Morgheiz. 
gr. quer fol. Die ältesten und besten Abdrücke sind die, wo 
auf der rechten Seite in der Treppeiiber den Köpfen der 
Schweizer ein kleiner Bruch in der Platte sichtbar ist.  Nie. 
Guidetti. kl. quer fol.  Umriss von F. Giangiacomo. Roma 
1809.  Landen N. 64. 
Den Kopf des Cardinals Rafaello Riario hat Paolo Fi- 
(lanza in seinen Tetes choisies etc. irrig als das Portrait des 
Fazio Santori da Viterbo herausgegeben; letzterer war Bischof 
von Cesena, {vurde 1505 zum Cardinal erhoben und starb 
schon im Jahr 1510. 
Studien. Eine leichte, erste Skizze zu einem Theil 
unserer Composition ist in der Sammlung des Erzherzogs Karl 
in Wien.- Lith. von J. Pilizotti. Verz. N. 214. 
Eine andere Zeichnung, die aber nicht echt ist, sah ich 
im Nachlass Lawreizce. C. Metz in seinem Werk: Imitations 
etc. hat sie bekannt gemacht. Verz. N. 397 f.
        

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