Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516365
im 
Zimmer 
des 
Heliodor. 
153 
tra Stantia per Sua Santitä a dipignere, che Inontara 1200 
Ducati d'oro."  Schon Mengs in seinen MMemorie S111 
Correggio" berichtet: „Raii'aell0 da Urbino ebbe per le in- 
signi opere delle camere Vaticane 1290 Scudi d'oro per das- 
cuna Stanze." Am 1. August 1514 erhielt er als Rest für 
das neue Zimmer eine Zahlung von IOO Ducaten. Dieses 
ergibt sich aus dem vom Cardinal von S. Maria in Portico 
(B. da Bibiena) geführten Buch: Entrata e ilscita di tutti li 
danari    per la rev. fabbrica di S. Pietro etc., von wel-. 
chem Alexander VII durch C. A. Dondini, Secretair der 
Baustätte, eine Abschrift machen liess, welche sich in der 
Bibliothek Chigi befindet und H. II. 22 geieichnet ist. Siehe 
Pungileoni Elogio stor. di Raf. Santi p. 162. 
Die ganze Decke ist gestochen von Franc. Aquila für 
seine Picturae etc. grosses Blatt. 
lOl. 
Gott 
erscheint 
dem 
Noa. 
Deckenbild. 
Der ewige Vater schwebt auf zwei Engelknaben daher 
und scheint dem zur Erde in tiefer Verehrung niederge- 
knieteil Noa einen Befehl zu ertheilen, vielleicht in Bezug 
auf die Sündlluth. Noa hat einen Knaben bei sich, zwei 
andere sind bei der Mutter, die in der Thür des Hauses 
steht und den jüngsten im Arm hält. Diese Darstellung 
wird seit Vasari öfters auch die Verheissung einer grossen 
Nachkommenschaft an Abraham genannt, oder, wie Mon- 
tagnani will, der Ausgang Noafs aus der Arche. Allein 
keine der letztern Angaben genügt, da die drei Knaben 
eben so wenig auf Ismael und Isaac passen, als auf die 
drei erwachsenen Söhne Noa's, die beim Ausgang aus der 
Arche schon verheirathet waren. Ich kann keine andere 
Schriftstelle finden welche unserer lärsäellung äntspreche, 
als etwa folgende: „Noa aber fand na ß vor em Herrn 
    und zeugte drei Söhne: Sem, Harn und Japhet," 
die Stammväter der ganzen nachsüxldliuthlichen Menschheit. 
Die Farben der Frescomalerei sind leider durch eine feh- 
lerhafte Mischung des Bewurfs, gleich den anllßrll der Decke, 
sehr verblasst. Siehe I S. 193.
        

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