Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rafael Von Urbino Und Sein Vater Giovanni Santi
Person:
Passavant, Johann David
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1514611
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1516230
140 
Gemälde 
bis 
1508 
1513. 
mälde der Tribune vom Jahr 1589 p. 28 folgendermassen 
erwähnt: .„Un quadro simile (ritratto) d'una donna in ta- 
vola un bragio ingniudo eschollata. un suo Cornice simile 
alta Br,  larga Br. 178 di Mano di Raff" da Urbino." 
Welche Person es vorstelle, ist leider nicht dabei bemerkt; 
indessen geht aus dieser Notiz vom Jahr 1589 unbestreit- 
bar hervor, dass es nicht das Portrait der Geliebten Ra- 
fael's sein könne, welches, nach Vasari, Matteo Botti in 
Florenz besass; denn in den: Belezze della Citta di Firenze 
von Francesco Bocehi 1591 und auch in der Ausgabe von Gio. 
Cinelli 1677 wird es noch im Hause Matteo e Giovanni 
Botti folgendermassen erwähnt: .„Ci e ancora un ritratto di 
una giovane di bel sembiante, e leggiadro dipinto da Raf- 
fael da Urbino: il quale e tenuto dagli artelici in grande 
stima: e si come fu questQ pittore ammirabile, cosi e l'o- 
pera nobile, e famosa appresso. tutti." Aus diesen Erläu- 
terungen erhellt die Nichtigkeit der Angabe des Tomaso 
Pticcini, in der Real Galleria di Firenze 1794 I p. 6 in 
Bezug auf unser Bild, Galuzzi habe in dem Archiv der Me- 
dicäer gefunden, dass Matteo Botti dem 1574 verstorbenen 
Herzog Cosimus I das Bild der F ornarina  mit andern 
Gegenständen vermacht habe; es seidenn, dass von einem 
späteren Matteo Botti, einem späteren Grossherzog von 
Toscana und von dem wirklichen Portrait der Geliebten Ra- 
faeYs die Rede wäre, worüber ich bei Gelegenheit eines 
Frauenportraits im Palast Pitti ein Mehreres beizubringen 
gedenke. 
Wen stellt nun aber unser reizendes Bildniss in der 
Tribune dar? Missirini, nach seiner willkürlichen Art un- 
begründete Meinungen aufzubringen, glaubt darin das von 
Vasari erwähnte Portrait der Vittoria Colonna von Seba- 
stiano del Piombo nach einem Carton von Michel Angelo 
gemalt  und beruft sich dabei auf einen Kupferstich von 
1) Dieses herrliche, von Vasari beschriebene Portrait der Vitto- 
ria Colonna, von Sebastiano gemalt, kam erst vor etwa 14 Jahren 
aus dem Palast Colonna in Rom an Hrn. Day in London. Sie ist, 
im Profil gesehen und im" Charakter ausserordexltlich tiefsinnig und 
grandios gehalten. Leider wurde das Bild sehr verwaschen.
        

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